Vorsorgeuntersuchungen für Prostata und Hoden

Vorsorgeuntersuchungen für Prostata und Hoden sind ein entscheidender Teil der männlichen Gesundheitsvorsorge. Sie zielen darauf ab, mögliche Anzeichen von Erkrankungen, einschließlich Krebs, frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. In diesem Artikel beleuchten wir die Bedeutung dieser Untersuchungen und wie sie zur Prävention und Früherkennung beitragen, um die Gesundheit und das Wohlbefinden zu erhalten.

Prostata: Das Zentrum der männlichen Fortpflanzung

Die Prostata, oft als Vorsteherdrüse bezeichnet, ist ein exklusives Organ des männlichen Körpers. Sie liegt direkt unter der Harnblase und zählt zu den männlichen Geschlechtsorganen. Ihre Hauptfunktion besteht darin, ein Sekret zu produzieren, das dem Sperma beigefügt wird und die Mobilität der Spermien fördert.

Prostatakrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern. Jährlich werden über 40.000 neue Fälle diagnostiziert, wobei tragischerweise mehr als 11.000 Männer jährlich an dieser Krankheit versterben. Um das Risiko zu minimieren, besteht die Prostata-Krebsvorsorge aus mehreren schmerzfreien diagnostischen Maßnahmen. Diese haben das Ziel, Prostatakrebs in einem frühzeitigen, heilbaren Stadium zu erkennen und erfolgreich zu behandeln.

Zur Früherkennung des Prostatakrebses gehören:

  • Digitale rektale Untersuchung (DUR): Dabei wird die Prostata durch den Mastdarm manuell abgetastet.
    DRU ist nicht geeignet zur Früherkennung: gepoolte Sensitivität der DRU (Prozentsatz erkrankter Patienten, bei denen die Krankheit durch die Anwendung des Verfahrens erkannt wird, d. h. ein positiver Befund auftritt) ist zu gering [1].
  • Rektale Prostatasonographie: Diese Ultraschalluntersuchung der Prostata hat sich seit Jahren als wertvolles diagnostisches Instrument etabliert.
  • PSA-Bestimmung: Durch eine Blutprobe wird das prostataspezifische Antigen (PSA) gemessen, welches Anzeichen für eine Krebserkrankung geben kann.
  • Multiparametrische Magnetresonanztomographie (mpMRT) der Prostata – auch Prostata-MRT genannt. Die mpMRT hat sich als besonders wertvoll erwiesen, wenn der PSA-Wert erhöht ist, die digitale rektale Untersuchung jedoch keine Auffälligkeiten zeigt oder wenn frühere Biopsien (Gewebeproben) keinen Krebs nachweisen konnten, der Verdacht jedoch weiterhin besteht.

Eine regelmäßige Vorsorge ist essentiell für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden, denn Prostatakrebs, der früh erkannt wird, ist in vielen Fällen heilbar.

Hoden: Ein Schlüsselelement der männlichen Reproduktion und Gesundheit

Ein weiterer wichtiger Aspekt der männlichen Gesundheitsvorsorge ist die Überwachung der Hoden. Die Hoden sind für die Produktion von Spermien und männlichen Hormonen, insbesondere Testosteron, verantwortlich. Hodenkrebs ist zwar seltener als Prostatakrebs, betrifft jedoch häufig jüngere Männer im Alter zwischen 15 und 35 Jahren.

Es ist wichtig, regelmäßige Selbstuntersuchungen der Hoden durchzuführen, um mögliche Veränderungen oder Knoten frühzeitig zu erkennen. Die Selbstuntersuchung sollte idealerweise einmal im Monat erfolgen. Hierbei werden die Hoden sanft zwischen Daumen und Zeigefinger gerollt, um Unregelmäßigkeiten zu ertasten. Bei auffälligen Befunden oder Unsicherheiten sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.

Ferner können regelmäßige ärztliche Untersuchungen, insbesondere bei Männern mit bekanntem genetischem Risiko oder Vorgeschichte, zur frühzeitigen Erkennung und erfolgreichen Behandlung von Hodenkrebs beitragen.

Ein frühzeitig erkannter Hodenkrebs hat eine sehr hohe Heilungsrate. Es ist also entscheidend, bewusst auf Anzeichen zu achten und proaktiv an der eigenen Gesundheitsvorsorge teilzunehmen.

Literatur

  1. Naji L et al.: Digital Rectal Examination for Prostate Cancer Screening in Primary Care: A Systematic Review and Meta-Analysis. Ann Fam Med 2018;16:149-154. https://doi.org/10.1370/afm.2205