Morbus Addison – Symptome – Beschwerden

Die Patienten werden erst symptomatisch bei einem Gewebeverlust (= Zerstörung der hormonproduzierenden Zellen der Nebennierenrinde, NNR) von mehr als 90 % beider NNR.

Folgende Symptome und Beschwerden können auf Morbus Addison hinweisen:

Neugeborene/Säuglinge

Hauptsymptome (primäre Symptome)
Diese Hauptsymptome prägen das klinische Bild von Morbus Addison bei Neugeborenen und Säuglingen:

  • Hypoglykämie (Unterzuckerung): Tritt bei etwa 30-50 % der betroffenen Säuglinge auf. Hypoglykämie kann zu Symptomen wie Zittern, Blässe und Krampfanfällen führen
  • Dehydratation (Flüssigkeitsmangel): Sehr häufig; bei etwa 60-70 % der betroffenen Säuglinge. Dehydratation kann sich durch trockene Schleimhäute, verringerte Urinausscheidung und Schläfrigkeit äußern.
  • Cholestase (Gallenstau) und Ikterus (Gelbsucht): Tritt bei etwa 10-20 % der betroffenen Säuglinge auf. Dies kann durch eine Störung im Gallenfluss entstehen, die zu einer Gelbfärbung der Haut führt.
  • Gedeihstörung: Häufig, bei etwa 50-60 % der betroffenen Säuglinge. Gedeihstörungen manifestieren sich durch unzureichende Gewichtszunahme und Wachstum.
  • Wiederkehrendes Erbrechen: Tritt bei etwa 40-60 % der betroffenen Säuglinge auf und kann zu Dehydratation und Elektrolytstörungen führen
  • Salzverlustkrise (Salzhunger) mit Hyponatriämie (Natriummangel) und Hyperkaliämie (Kaliumüberschuss): Sehr häufig; bei etwa 70-80 % der betroffenen Säuglinge. Dies ist eine lebensbedrohliche Komplikation, die zu Schockzuständen führen kann, wenn sie nicht sofort behandelt wird.

Kinder/Jugendliche/Erwachsene

Leitsymptome
Diese Leitsymptome lenken den Verdacht auf Morbus Addison und werden oft zuerst bemerkt:

  • Bronzefarbene Haut (Hyperpigmentierung; "brauner Addison")*: Diese tritt bei fast allen Patienten (über 90 %) auf, besonders in Hautfalten, auf den Handflächen, den Brustwarzen, den Genitalien, der Linea alba und in Narben. Charakteristisch sind auch bräunliche Schleimhautflecken in der Mundhöhle.
  • Adynamie (Müdigkeit, Schwäche): Ein sehr häufiges Symptom, das bei nahezu allen Betroffenen (über 80 %) auftritt und oft mit dem Fortschreiten der Erkrankung zunimmt
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust: Tritt bei etwa 50-60 % der Betroffenen auf und ist oft mit ungewolltem Gewichtsverlust verbunden
  • Hypotonie (niedriger Blutdruck): Ein häufiges Symptom, das bei etwa 80-90 % der Patienten auftritt. Es kann zu Schwindel, besonders beim Aufstehen, führen.
  • Salzhunger: Ein spezifisches Symptom, das bei etwa 50 % der Patienten auftritt, besonders bei Hyponatriämie

Hauptsymptome (primäre Symptome)
Diese Hauptsymptome prägen das klinische Bild von Morbus Addison:

  • Abdominalschmerzen (Bauchschmerzen): Tritt bei etwa 30-50 % der Betroffenen auf und ist ein häufiges Symptom
  • Diarrhoe (Durchfall): Häufig bei Patienten mit fortgeschrittener Krankheit (30-40 %)
  • Erbrechen: Tritt bei etwa 50 % der Betroffenen auf und kann zu Dehydratation und Elektrolytstörungen führen
  • Hypoglykämie (Unterzuckerung): Besonders häufig bei Kindern, tritt bei etwa 30-50 % der Betroffenen auf und kann zu Symptomen wie Zittern und Schwäche führen
  • Hyponatriämie (Natriummangel)**: Ein häufiges Laborzeichen, das bei etwa 80-90 % der Patienten auftritt
  • Hyperkaliämie (Kaliumüberschuss)**: Ein typisches Laborzeichen bei Morbus Addison, tritt bei etwa 60-70 % der Patienten auf
  • Kreislaufinsuffizienz (Kreislaufschwäche): Kann bei etwa 40-50 % der Betroffenen auftreten, besonders in fortgeschrittenen Stadien der Krankheit
  • Leistungsabfall bzw. Leistungsdefizit: Häufig bei Patienten mit fortschreitender Erkrankung (etwa 70-80 %)
  • Metabolische Azidose (Übersäuerung)**: Ein häufiges Laborzeichen bei fortgeschrittenem Morbus Addison, tritt bei etwa 50-60 % der Patienten auf
  • Obstipation (Verstopfung): Kann bei etwa 10-20 % der Patienten auftreten
  • Synkope (kurzzeitige Bewusstlosigkeit): Tritt bei etwa 20-30 % der Patienten auf, insbesondere bei starkem Blutdruckabfall
  • Tachykardie (zu schneller Herzschlag): Häufig als Reaktion auf Kreislaufinsuffizienz und Hypotonie, tritt bei etwa 30-40 % der Patienten auf

Begleitsymptome (sekundäre Symptome)
Diese Begleitsymptome sind weniger charakteristisch und können auf Komplikationen hinweisen:

  • Verzögerte Pubertätsentwicklung: Tritt bei etwa 20-30 % der Kinder und Jugendlichen mit Morbus Addison auf
  • Wachstumsstillstand: Ein häufiges Symptom bei Kindern mit unbehandeltem Morbus Addison; tritt bei etwa 30-40 % der Betroffenen auf

*Nur eine primäre (nicht eine sekundäre NNR-Insuffizienz) führt zu diesen Symptomen.
**Typische Befunde des Mineralocorticoidmangels sind eine Hyponatriämie, eine Hyperkaliämie und eine metabolische Azidose.

Addison-Krise (akute NNR-Insuffizienz)

Eine Addison-Krise ist ein medizinischer Notfall, der bei Menschen mit Morbus Addison auftritt, wenn der Körper plötzlich extrem wenig Hormone produziert. Dies kann lebensbedrohlich sein und erfordert sofortige medizinische Behandlung.

Folgende Symptome und Beschwerden können auf eine Addison-Krise hinweisen:

Leitsymptome
Diese Leitsymptome lenken den Verdacht auf eine Addison-Krise:

  • Hypotonie (niedriger Blutdruck) bis Schock: Ein dramatischer Blutdruckabfall, der bis zum Schock führen kann, ist ein typisches Merkmal der Addison-Krise
  • Verschlechterung des Allgemeinzustandes: Ein rascher Abfall der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit, oft begleitet von extremer Schwäche und Müdigkeit

Hauptsymptome (primäre Symptome)
Diese Hauptsymptome prägen das klinische Bild einer Addison-Krise:

  • Fieber: Tritt häufig auf und ist ein Zeichen der akuten Krise (in 50-60 % der Fälle).
  • Nausea (Übelkeit), Erbrechen und Diarrhöen (Durchfälle): Diese gastrointestinalen Symptome treten bei 60-70 % der Patienten auf und führen oft zu schwerer Dehydratation (Flüssigkeitsmangel).
  • Hyponatriämie (Natriummangel): Ein gefährlich niedriger Natriumspiegel im Blut (80-90 % der Fälle), der typischerweise bei einer Addison-Krise auftritt
  • Abdominalbeschwerden (Pseudoperitonitis/Scheinperitonitis): Starke Bauchschmerzen (bei 30-50 % der Betroffenen), die einer Peritonitis (Bauchfellentzündung) ähneln, sind häufig und können irreführend sein

Begleitsymptome (sekundäre Symptome)
Diese Begleitsymptome sind weniger charakteristisch und können auf Komplikationen hinweisen:

  • Unruhe, Verwirrtheit und Apathie: Diese Symptome treten aufgrund des gestörten Elektrolythaushalts und der Hypotonie bei 40-60 % der Patienten auf und können sich rasch verschlimmern.
  • Gefahr des präterminalen Nierenversagens: Ein schwerwiegendes Risiko (bei etwa 20-30 % der Fälle), das durch die extreme Dehydratation und den gestörten Elektrolythaushalt verursacht wird