Erbrechen (Emesis) – Medizingerätediagnostik

Fakultative Medizingerätediagnostik – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, körperlichen Untersuchung, Labordiagnostik und obligater Medizingerätediagnostik – zur differentialdiagnostischen Abklärung je nach Dauer und Verdachtsdiagnose

  • Röntgen Abdomenleeraufnahme – vor allem bei V. a. Ingestion/Nahrungsaufnahme röntgendichter Fremdkörper [nur noch selten erforderlich!]
  • Röntgen-Thorax/Brustkorb – V. a. Aspirations- und/oder Pneumonie/Lungenentzündung; Pleuraerguss [z. B. linksseitig bei Pankreatitis/Bauchspeicheldrüsenentzündung), Upside-down-Magen oder V. a. Hohlorganperforation [freie Luft unter dem Zwerchfell]
  • Elektrokardiogramm (EKG) – zum Ausschluss von Herzrhythmusstörungen oder Myokardinfarkt (Herzinfarkt) bei Oberbauchschmerzen bzw. Thoraxschmerzen (Brustschmerzen) und Erbrechen [ST-Hebungs-Infarkt bzw. ACS, Rhythmusstörungen und QTc-Zeit]
    • Obligat ist eine QTc-Zeit-Ermittlung; daraus ergeben sich ggf. Anhaltspunkte für eine Überwachungspflicht und bezüglich der Medikation.
  • Abdomensonographie (Ultraschall der Bauchorgane; fokussierte/„Point-of-care“-Ultraschalldiagnostik) – bei Verdacht auf Cholelithiasis (Gallensteine), Cholezystitis (Gallenblasenentzündung) Cholestase (Gallenstau), Ileus (Darmverschluss), Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) oder Appendicitis (Blinddarmentzündung), Harnabflussstörung/Nierenkolik etc.
    • Der Hydratationszustand kann durch Beurteilung von Durchmesser und Atemvariabilität der V. cava inferior beurteilt werden.
  • Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD; Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm) mit Biopsien (Gewebeentnahme) aus allen suspekten Läsionen; beim Barrett-Ösophagus zusätzlich 4‑Quadranten-Biopsien – bei rezidivierendem Erbrechen; V. a. obere GI-Blutung, Reflux (gastroösophageale Refluxkrankheit; Sodbrennen) [Schleimhautläsionen (Refluxösophagitis, Erosionen)], Ulcus duodeni (Zwölffingerdarmgeschwür), Ulcus ventriculi (Magengeschwür) oder Magenkarzinom (Magenkrebs)
  • Koloskopie (Darmspiegelung) – bei Verdacht auf Darmerkrankungen wie Tumoren oder Stenosen (Verengungen)
  • Computertomographie (CT) des Abdomens (Abdomen-CT) – V. a. mesenteriale Ischämie (Darminfarkt), Ileus (Darmverschluss), Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung), Entzündungsprozesse, Hohlorganperforation, Tumoren
  • Magnetresonanztomographie des Abdomens (Abdomen-MRT) – V. a. auf Pankreatitis, Tumoren
  • Computertomographie des Schädels (Schädel-CT, craniale CT bzw. cCT) – V. a. Liquorzirkulationsstörungen, Hirntumor/-blutung
  • Magnetresonanztomographie des Schädels (Schädel-MRT, craniale MRT bzw. cMRT) – V. a. hier Druckerhöhung, Liquorzirkulationsstörungen, Hirntumor/-blutung
  • Angiographie  (Darstellung der Blutgefäße durch Kontrastmittel in einer Röntgenuntersuchung) der Abdominalgefäße (Bauchgefäße) – zum Ausschluss eines Arteria-mesenterica-superior-Syndroms/Angina abdominalis
  • i.v. Pyelogramm (Synonyme: IVP; i.v. Urogramm; Urogramm; i.v. Urographie; Ausscheidungsurographie; Ausscheidungs-Pyelogramm; intravenöses Ausscheidungsurogramm; röntgenologische Darstellung der Harnorgane bzw. des harnableitenden Systems) – V. a. Urolithiasis (Blasensteine) bzw. steinbedingte Erkrankungen der Harnorgane, entzündliche Erkrankungen der Harnorgane
  • Gastrointestinale (Magen-Darm) Funktionsdiagnostik – wie beispielsweise eine Magen-Szintigraphie zum Ausschluss einer Magenparese (Magenlähmung)

Leitlinien

  1. S1-Leitlinie: Erbrechen bei Kindern - Bildgebende Diagnostik. (AWMF-Registernummer: 064 - 017), April 2020 Langversion