Supraventrikuläre Tachykardie – Medizingerätediagnostik

Obligate Medizingerätediagnostik

  • Elektrokardiogramm (EKG; Aufzeichnung der elektrischen Aktivitäten des Herzmuskels) [Frequenz ≥ 100/min; wg. DD: supraventrikuläre Tachykardie (SVT) zeigt einen QRS-Komplex mit normaler Breite (QRS-Breite ≤ 120 ms); ventrikuläre Tachykardie: QRS-Komplex > 120 msec]
    Beachte: 
    • Im 12-Kanal EKG kann eine ventrikuläre Tachykardie (VT) nie sicher von einer supraventrikulären Tachykardie (SVT) bei Präexzitation oder Aberration differenziert werden → In einer Notfallsituation deshalb immer eher von einer VT ausgehen!
    • Das Ruhe-EKG ist bei den meisten Patienten mit supraventrikulärer Tachykardien (SVT) unauffällig.
    • Die SVT durch Schenkelblock geht mit verbreitertem QRS-Komplex einher (= Breitkomplextachykardie nicht-ventrikulären Urspungs).

Fakultative Medizingerätediagnostik ‒ in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, der körperlichen Untersuchung und den obligaten Laborparametern ‒ zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • Echokardiographie (Echo; Herzultraschall) ‒ bei Verdacht auf strukturelle Herzerkrankungen
  • Röntgenaufnahme des Thorax (Röntgen-Thorax/Brustkorb), in zwei Ebenen

Beachte: Eine Tachykardie mit einem verbreiterten QRS-Komplex findet man bei:

  • einer ventrikulären Tachykardie (VT; Kammertachykardie)
  • einer supraventrikulären Tachykardie (SVT) mit einem Schenkelblock (vorbestehend oder Tachykardie bedingt) ca. 30 % aller SVT)
  • einer antegraden Überleitung über ein akzessorisches Bündel oder retrograd mit Schenkelblock (selten)
  • Elektrolytstörungen oder Medikamente, die eine SVT verbreitern (sehr selten)