Nasenbluten (Epistaxis) – Prävention
Zur Prävention der Epistaxis (Nasenbluten) muss auf eine Reduktion individueller Risikofaktoren geachtet werden.
Verhaltensbedingte Risikofaktoren
- Ernährung
- Vitaminmangel: Mangel an Vitamin C und E kann die Kapillarfestigkeit beeinträchtigen und die Blutungsneigung erhöhen.
- Mikronährstoffmangel: Unzureichende Zufuhr von Zink und Eisen kann die Wundheilung und Gefäßgesundheit negativ beeinflussen.
- Genussmittelkonsum
- Alkohol: Erhöht die Vasodilatation und damit die Blutungsneigung.
- Tabak (Rauchen): Schädigt die Nasenschleimhaut und fördert entzündliche Prozesse.
- Psycho-soziale Faktoren
- Stress: Chronischer Stress kann über die Erhöhung des Blutdrucks zu einer gesteigerten Anfälligkeit für Nasenbluten führen.
- Körperliche Aktivität
- Übermäßige Belastung: Starker körperlicher Stress oder Blutdruckspitzen, z. B. bei intensivem Sport, können das Risiko für Nasenbluten erhöhen.
- Mechanische Manipulation
- Nasebohren: Mechanische Verletzungen der Nasenschleimhaut durch unsachgemäße Reinigung.
- Starkes Schneuzen und Niesen: Erhöhter Druck auf die Nasengefäße kann zu spontanen Rupturen führen.
Medikamente
- Antikoagulanzien (Blutverdünner): Medikamente wie ASS (Acetylsalicylsäure), Clopidogrel oder direkte orale Antikoagulantien (DOAKs) erhöhen das Blutungsrisiko.
- Nasale Corticosteroide: Langfristige Anwendung von Nasensprays kann die Schleimhaut austrocknen und empfindlich machen.
Umweltbelastung – Intoxikationen (Vergiftungen)
- Klimatische Einflüsse
- Trockene Raumluft durch überheizte Räume, Fußbodenheizungen oder Klimaanlagen führt zur Austrocknung der Nasenschleimhaut und erhöht die Verletzlichkeit der Gefäße.
- Umweltreizstoffe
- Schadstoffe wie Staub, Rauch oder chemische Substanzen können die Nasenschleimhaut reizen.
- Allergien
- Chronische allergische Rhinitis mit Juckreiz und mechanischer Manipulation der Nase erhöht das Risiko.
Präventionsfaktoren (Schutzfaktoren)
- Nasenpflege
- Salben: Regelmäßige Anwendung von Nasensalben, z. B. mit Dexpanthenol, zur Befeuchtung und Regeneration der Schleimhaut.
- Nasenspülungen: Verwendung isotonischer Kochsalzlösungen zur Reinigung und Befeuchtung der Nasengänge.
- Hydratation
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr zur Unterstützung der Schleimhautgesundheit.
- Luftbefeuchtung
- Verwendung von Luftbefeuchtern oder feuchten Handtüchern, um die Raumluftfeuchtigkeit zu erhöhen.
- Vermeidung mechanischer Belastung
- Sanftes Schneuzen und Vermeidung von intensivem Nasebohren.
- Medikamentenmanagement
- Überprüfung und Anpassung von blutverdünnenden Medikamenten in Absprache mit dem Arzt.
Sekundärprävention
Die Sekundärprävention zielt darauf ab, erneutes Nasenbluten nach einer akuten Episode zu vermeiden.
- Behandlung der Ursache
- Identifikation und Behandlung zugrunde liegender Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Gerinnungsstörungen.
- Diagnose und Management von Septumdeviationen (Nasenscheidewandverkrümmung) oder chronischen Entzündungen.
- Medikamentöse Maßnahmen
- Lokale Anwendung von Hämostyptika (blutstillende Mittel) bei Blutungsneigung.
- Verwendung von feuchtigkeitsspendenden Nasensprays.
- Nachsorge
- Regelmäßige Kontrolle bei anhaltendem oder wiederholtem Nasenbluten.
Tertiärprävention
Die Tertiärprävention fokussiert sich auf die langfristige Betreuung und Vermeidung von Komplikationen bei chronischer Neigung zu Nasenbluten.
- Chirurgische Maßnahmen
- Verödung von Gefäßen: Kauterisation (Verödung) blutender Gefäße, z. B. durch Silbernitrat oder elektrische Verfahren.
- Septumkorrektur: Bei anatomischen Anomalien wie einer Nasenscheidewandverkrümmung.
- Langzeitpflege
- Dauerhafte Anwendung von Nasensalben und regelmäßige Reinigung der Nasengänge zur Erhaltung der Schleimhautgesundheit.
- Patientenschulung
- Aufklärung über richtige Nasenpflege und Vermeidung mechanischer Reize.