Kehldeckelentzündung (Epiglottitis) – Prävention
Die Hib-Impfung (Schutzimpfung gegen das Bakterium Haemophilus influenzae Typ b) ist die wichtigste und wirksamste präventive Maßnahme gegen Haemophilus influenzae Typ b und damit auch für die Prävention einer Epiglottitis. Die flächendeckende Einführung der Hib-Impfung hat die Inzidenz der Epiglottitis bei Kindern erheblich reduziert, jedoch ist bei Erwachsenen ein Anstieg der Neuerkrankungen zu verzeichnen.
Zur Prävention der Infektion mit Haemophilus influenzae muss auf eine Reduktion der Risikofaktoren geachtet werden.
Verhaltensbedingte Risikofaktoren
- Übertragungswege
- Tröpfcheninfektion: Übertragung durch Husten, Niesen oder engen Kontakt mit infizierten Personen.
- Kontaktinfektion: Indirekte Übertragung durch kontaminierte Oberflächen oder Gegenstände.
- Genussmittelkonsum
- Tabak (Rauchen): Schädigt die Atemwegsschleimhäute und erhöht die Anfälligkeit für Infektionen.
- Alkohol: Beeinträchtigt die Immunabwehr und erhöht das Risiko für Atemwegsinfektionen.
Weiteres
Immunsuppression
- Personen mit geschwächtem Immunsystem, z. B. durch chronische Erkrankungen oder immunsuppressive Therapien, haben ein erhöhtes Risiko.
Präventionsfaktoren (Schutzfaktoren)
- Impfungen
- Hib-Impfung: Standardimpfung bei Säuglingen gemäß den STIKO-Empfehlungen (Ständige Impfkommission).
- Schema: Grundimmunisierung in den ersten Lebensmonaten mit Auffrischung im 2. Lebensjahr.
- Die Impfung schützt effektiv vor Haemophilus influenzae Typ b, dem häufigsten Erreger der Epiglottitis bei Kindern.
- Pneumokokken- und Influenzaimpfung: Empfohlen zur Reduktion der Atemwegsinfektionen, die als Sekundärinfektion eine Epiglottitis begünstigen können.
- Hib-Impfung: Standardimpfung bei Säuglingen gemäß den STIKO-Empfehlungen (Ständige Impfkommission).
- Hygienemaßnahmen
- Konsequente Handhygiene: Regelmäßiges Händewaschen mit Seife, insbesondere nach Kontakt mit potenziell kontaminierten Oberflächen.
- Vermeidung enger Kontakte: Reduktion der Exposition gegenüber infizierten Personen, insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten.
- Allgemeine Gesundheitsförderung
- Stärkung des Immunsystems:
- Ausgewogene Ernährung mit hohem Gehalt an Vitaminen und Spurenelementen (z. B. Vitamin C, Zink).
- Regelmäßige körperliche Bewegung.
- Ausreichender Schlaf zur Unterstützung der Regeneration des Immunsystems.
- Rauchverzicht: Vermeidung von aktivem und passivem Tabakrauch.
- Stärkung des Immunsystems:
Sekundärprävention
Die Sekundärprävention zielt darauf ab, eine frühe Erkennung und rasche Behandlung der Epiglottitis sicherzustellen.
- Früherkennung und Diagnostik:
- Patienten mit Halsschmerzen, Stridor (atemabhängiges Pfeifen) oder Dyspnoe (Atemnot) sollten frühzeitig ärztlich untersucht werden.
- Laryngoskopie zur visuellen Bestätigung einer entzündeten Epiglottis.
- Postexpositionsprophylaxe (PEP):
- Chemoprophylaxe mit Rifampicin bei Kontaktpersonen von Patienten mit einer bestätigten Haemophilus influenzae Typ b-Infektion, die nicht geimpft sind oder einen unzureichenden Impfschutz aufweisen.
- Medikamentöse Maßnahmen:
- Frühzeitige Gabe von Breitbandantibiotika, z. B. Ceftriaxon, bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion.
- Engmaschige Überwachung bei Risikopatienten, z. B. immungeschwächten Personen.
Tertiärprävention
Die Tertiärprävention fokussiert sich auf die Vermeidung von Komplikationen und die Verbesserung der Lebensqualität bei Patienten mit einer überstandenen Epiglottitis.
- Langzeittherapie:
- Regelmäßige Kontrolluntersuchungen der Atemwege zur Sicherstellung der vollständigen Genesung.
- Behandlung von Restschäden, z. B. Narbenbildung im Bereich des Kehlkopfs.
- Rehabilitation:
- Logopädische Therapie bei bleibenden Beeinträchtigungen der Stimme oder Atemwege.
- Aufklärung und Patientenschulung:
- Beratung zur Vermeidung von Risikofaktoren, wie Rauchen oder engem Kontakt mit Infizierten.
- Information über die Bedeutung der Auffrischimpfungen, insbesondere bei gefährdeten Personen.