Kehldeckelentzündung (Epiglottitis) – Operative Therapie

Bei Dyspnoe (Atemnot) ist eine frühzeitige orotracheale Intubation (Einführen eines Beatmungsschlauchs in die Luftröhre durch den Mund) erforderlich. Die Extubation (Entfernung des Beatmungsschlauchs) sollte frühestens 2–3 Tage nach Beginn der antibiotischen Therapie erfolgen.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

Orotracheale Intubation (Einführen eines Beatmungsschlauchs durch den Mund in die Luftröhre)

  • Indiziert bei drohender Atemwegsverlegung durch die entzündliche Schwellung der Epiglottis (Kehldeckel)
  • Verfahren:
    • Einführung eines Endotrachealtubus (Hohlsonde aus Kunststoff zur Sicherung der Atemwege)
    • Kontinuierliche Beatmung bei schwerer Dyspnoe (Atemnot)

Koniotomie (Notfallmäßige Atemwegssicherung bei fehlender Intubierbarkeit)

  • Indiziert bei schwerer Atemnot, wenn eine Intubation nicht möglich ist
  • Verfahren:
    • Notfallmäßiger Hautschnitt unterhalb des Kehlkopfes auf Höhe des Ligamentum cricothyroideum (Band zwischen Ring- und Schildknorpel)
    • Einführen eines Atemwegszugangs zur Sauerstoffversorgung

Tracheotomie (chirurgischer Luftröhrenschnitt zur dauerhaften Sicherung der Atemwege)

  • Indiziert, wenn eine langfristige Beatmung erforderlich ist oder eine erneute Atemwegsverlegung droht
  • Verfahren:
    • Operativer Zugang zur Trachea (Luftröhre) unterhalb des Kehlkopfes
    • Platzierung einer Trachealkanüle zur Langzeitbeatmung oder Entlastung der Atemwege

Vergleich der operativen Verfahren bei Epiglottitis

Verfahren Indikation Vorteile Nachteile
Orotracheale Intubation Drohende Atemwegsverlegung durch entzündliche Schwellung Sichere Atemwegskontrolle, minimalinvasiv Risiko für Schleimhautverletzungen
Koniotomie Notfallmäßige Atemwegssicherung bei fehlender Intubierbarkeit Schnelle Durchführung, lebensrettend Nur als Übergangslösung geeignet
Tracheotomie Langfristige Atemwegssicherung Dauerhafte Beatmungsoption, stabil Operativer Eingriff mit Komplikationsrisiko

Fazit

Bei einer Epiglottitis mit Dyspnoe (Atemnot) ist eine frühzeitige orotracheale Intubation notwendig, um eine vollständige Atemwegsverlegung zu verhindern. Falls eine Intubation nicht möglich ist, kann eine Koniotomie als Notfallmaßnahme durchgeführt werden. Bei längerfristigem Beatmungsbedarf wird eine Tracheotomie erwogen, insbesondere wenn eine erneute Atemwegsverlegung droht.