Zur Prävention des Untergewichts muss vorrangig auf eine Reduktion der Risikofaktoren geachtet werden.
Verhaltensbedingte Risikofaktoren
- Ernährung
- Fehl- und Mangelernährung – fett- und kalorienarm
- Rohköstler
- Sozial motiviertes Fasten
- Inadäquate Zufuhr in der Schwangerschaft
- Leistungsbedingt erhöhter Energie- und Nährstoffbedarf, z. B. beim Leistungssportler
- Orthorexia nervosa – im Gegensatz zu den Essstörungen Anorexia nervosa und Bulimie steht bei Orthorektikern nicht die Quantität der Nahrungsmittel im Vordergrund, sondern die vermeintliche Qualität. Diese Essstörung führt häufig zu Fehl- und Mangelernährung.
- Mikronährstoffmangel (Vitalstoffe) – siehe Mikronährstofftherapie - Genussmittelkonsum
- Alkohol (Frau: > 40 g/Tag; Mann: > 60 g/Tag) - Körperliche Aktivität
- Unzureichende körperliche Aktivität im Alter – Abbau von stoffwechselaktivem Muskelgewebe - Psycho-soziale Situation
- Drogensucht
Krankheitsbedingte Risikofaktoren
- Aids – eine HIV-Infektion kann bereits durch den Leidensdruck zu Untergewicht und Mangelernährung führen
- Akute Bauchschmerzsyndrome – z. B. aufgrund Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) oder akuter Darmentzündung, s.u.
- Akute Infektionen
- Akute Diarrhoe (Durchfall)
- Akute Verletzungen – gehen mit Stress einher und können zu Gewichtsverlust führen
- Autoimmunerkrankungen wie z. B. rheumatoide Arthritis
- Chronische Entzündungsprozesse
- Chronische Herzinsuffizienz (Herzschwäche) – bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz ist der relativ häufig auftretende chronische Gewichtsverlust seit Hippokrates als Syndrom der kardialen Kachexie bekannt; Gewichtsverlust bei chronischer Herzinsuffizienz gilt als isolierter unabhängiger Risikoparameter
- Chronische Lebererkrankungen – beispielsweise chronische Hepatitis, Leberzirrhose
- Chronische Nierenerkrankungen wie chronische Niereninsuffizienz, chronische Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung)
- Demenz – (Demenzkranke verlieren jährlich etwa vier Mal so viel Körpergewicht wie gleichaltrige Patienten ohne Demenz durch chronische Inflammation (Entzündung), Sekundärerkrankungen und den teilweise vermehrten Bewegungsdrang)
- Depression
- Endokrine Störungen
- Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
- Diabetes mellitus Typ I – wegen erhöhtem katabolen Stoffwechsel (Abbaustoffwechsel)
- Morbus Addison (Nebennierenrindeninsuffizienz) - Essstörungen – Anorexia nervosa (Magersucht), Bulimia nervosa (Essbrechsucht)
- Lungenerkrankungen
- Pneumonie (Lungenentzündung)
- Chronisch obstruktive Lungenerkrankung – die Erkrankung führt zu einer chronischen Entzündung, die ein energiezehrender Prozess ist, der zu Lasten der Muskelmasse geht - Magen- und Darmerkrankungen
- Enteritis (Darmentzündung)
- Magenresektion
- Colitis ulcerosa – chronische, schubweise verlaufende Entzündung des Dickdarms
- Morbus Crohn – chronisch-entzündliche Darmerkrankung - Mukoviszidose (zystische Fibrose) – genetisch bedingte Erkrankung, die vor allem die Schleimproduktion der Lunge und des Magen-Darm-Traktes betrifft
- Neurodegenerativer Schwachsinn
- Sprue beziehungsweise Zöliakie – glutensensitive Enteropathie ist eine chronische Dünndarmerkrankung aufgrund der Überempfindlichkeit gegen das Getreideeiweiß Gluten. Sie kann sowohl in den ersten Lebensjahren als auch im Erwachsenenalter auftreten. Bei Säuglingen sowie Kindern wird das Krankheitsbild Zöliakie und bei Erwachsenen einheimische Sprue genannt
- Tumorerkrankungen im finalen Stadium
- Appetitzügler – appetithemmende Medikamente
- Zytostatika (Substanzen, die das Zellwachstum bzw. die Zellteilung hemmen)
- Bestrahlung bei Tumorerkrankungen
- Darmresektionen, Kurzdarmsyndrom
- Magenresektion
Umweltbelastung – Intoxikationen (Vergiftungen)
- Aufnahme radioaktiver Stoffen (z. B. Radionukleotide)











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