Die Luft ist ein Gasgemisch, es besteht zum Großteil aus Stickstoff (78 %) und Sauerstoff (21 %). Daneben gibt es noch das Edelgas Argon (0,9 %) und Kohlenstoffdioxid (0,04 %) sowie kleinere Mengen anderer Stoffe (zum Beispiel Radon*, Stickoxide u.a.).
*Weitere Quellen für Radon sind das Trinkwasser und Erdgas.
Die größte Veränderung der Luftzusammensetzung stellt die Zunahme des Kohlenstoffdioxidgehaltes da. Die Konzentration von CO2 ist seit circa 1850 von 280 ppm (parts per Million) auf inzwischen 380 ppm angestiegen.
Verantwortlich für die Zunahme von Kohlenstoffdioxid ist:
- Verbrennung fossiler Brennstoffe (Kohle, Öl, Gas, Benzin)
- Abholzen von Wäldern
Jeder Stoff, der nicht zur natürlichen Zusammensetzung der Luft gehört, wird als Verunreinigung bezeichnet.
Folgende Stoffe verunreinigen die Luft:
Gase
- Kohlenstoffdioxid*
- Kohlenstoffmonoxid (umgangssprachlich auch als Kohlenmonoxid bezeichnet)
- Methan
- Stickoxide
- Schwefeloxid
- Benzol
- Fluorkohlenwasserstoffe
- Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW)
- Schwefelhexafluorid
- Ozon*
*Ist ein natürlicher Bestandteil der Luft, trägt jedoch durch die Zunahme zur Verunreinigung bei!
Partikel
- Asche, Ruß
- Staub – insbesondere Feinstaub (Straßenverkehr – insbesondere Dieselpartikel; Toner von Laserdruckern)
Gase
Sowohl im Sommer als auch im Winter kommt es gerade in großen Städten aufgrund der windschwachen Lage und dichten Besiedlung zum sogenannten Smog. Dieser bezeichnet eine Luftverunreinigung und wird unter anderem durch Abgase von Verkehrsmitteln, Verbrennungskraftwerken (Emissionen) sowie durch UV-Strahlung verursacht.Smog enthält zahlreiche Schadstoffe in hohen Konzentrationen, die insbesondere für ältere Menschen und Kinder gefährlich sein können. Dazu zählen unter anderem Schwefeldioxid, schweflige Säure, Kohlenmonoxid, Wasserstoffperoxid und Methan.
Smog und hohe Ozonwerte können zu folgenden Erkrankungen oder Beschwerden führen
- Atemwegserkrankungen – wie Reizhusten, Bronchitis, Asthma bronchiale; chronisch obstruktive Lungenerkrankung durch Holzfeuer [6]
- Augen – brennende, juckende, tränende Augen
- Verstärkung und Verschlimmerung von Allergien
Partikel
Als Feinstaub definiert man Partikel mit einer Größe von unter zehn Mikrometern. Dabei gelten vor allem Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometern als besonders gesundheitsgefährdend, da sie als „lungengängiger Feinstaub" tief in die Lungen eindringen.Frauen, die in der Schwangerschaft höheren Konzentrationen an lungengängigem Feinstaub ausgesetzt waren, brachten überdurchschnittlich viele Kinder mit einem Geburtsgewicht von weniger als 3.000 Gramm zur Welt. Untersucht wurden 1016 Mütter und ihre Kinder, die zwischen 1998 und 1999 in München geboren wurden. Daten aus Messungen an 40 Standorten in München konnten die Belastung der Mütter durch verkehrsbedingte Luftschadstoffe, darunter lungengängige Feinstaubpartikeln, bestätigen [1].
Wer an stark befahrenen Straßen wohnt, bekommt eher eine Atherosklerose [2].
Die Ursache dafür wurde inzwischen von Wissenschaftlern der Universität Kalifornien, Los Angeles (UCLA) gefunden. Sie kombinierten in einem in vitro-Experiment Partikel aus Dieselabgasen und den Fettsäuren, die in LDL-Cholesterin enthalten sind, zusammen mit Zellen aus der inneren Auskleidung von menschlichen Blutzellen (Endothel). Einige Stunden nach Beginn des Experimentes wurde die DNA der Zellen analysiert. Das Ergebnis zeigte, das die Gene aktiviert, das heißt angeschaltet worden waren, die eine Entzündung auf zellulärer Ebene fördern [3].
Fazit!
Dieselpartikel, die im Regelfall zudem mit Chemikalien überzogen sind, können zu Gewebeschädigungen und Entzündungen von Nase und Lungen führen. Des Weiteren zu vaskulären Entzündungen, die wiederum Ursache von Myokardinfarkten (Herzanfällen) und Apoplexen (Schlaganfällen) sein können.
Eine weitere Erkrankung mit bedingt durch Dieselstaub ist die Koronare Herzkrankheit (KHK).
Als Ursache dafür werden ischämische und thrombotische Mechanismen dafür verantwortlich gemacht [4].
Haushaltssprays
Für Haushaltssprays besteht eine eindeutige Dosis-Wirkungs-Beziehung für das Risiko an Asthma bronchiale zu erkranken: Bei Personen, die mindestens einmal wöchentlich Haushaltssprays benutzten, war das Asthma-Risiko um die Hälfte höher als bei Teilnehmern, die darauf verzichteten; viermal pro Woche Einsatz von Haushaltssprays führte bereits zur Verdoppelung des Asthma-Risikos! [5]
Literatur
- GSF-Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg;
Institut für Gesundheit und medizinische Forschung INSERM, 2007 - Hoffmann B, Moebus S, Möhlenkamp S, Stang A, Lehmann N, Dragano N, Schmermund A, Memmesheimer M, Mann K, Erbel R, Jöckel KH
Residential exposure to traffic is associated with coronary atherosclerosis.
Circulation. 2007 Jul 31;116(5):489-96. Epub 2007 Jul 16. Ke Wei Gong, Wei Zhao, Ning Li, Barajas B, - Kleinman M, Sioutas C, Horvath S, Lusis AJ, Nel AE, Araujo JA.
Air pollutant chemicals and oxidized lipids exhibit genome wide synergistic effects on endothelial cells
Genome Biology 2007, 8:R149 - Mills NL, Törnqvist H, Gonzalez MC, Vink E, Robinson SD, Söderberg S, Boon NA, Donaldson K, Sandström T, Blomberg A, Newby DE.
Ischemic and thrombotic effects of dilute diesel-exhaust inhalation in men with coronary heart disease.
Copyright 2007 Massachusetts Medical Society. PMID: 17855668 [PubMed - in process] - Zock JP, Plana E, Jarvis D, Antó JM, Kromhout H, Kennedy SM, Künzli N, Villani S, Olivieri M, Torén K, Radon K, Sunyer J, Dahlman-Hoglund A, Norbäck D, Kogevinas M.
The use of household cleaning sprays and adult asthma: an international longitudinal study.
Am J Respir Crit Care Med. 2007 Oct 15;176(8):735-41. Epub 2007 Jun 21 - Zhang JJ, Smith KR. Household air pollution from coal and biomass fuels in China: measurements, health impacts, and interventions. Environ Health Perspect. 2007 Jun;115(6):848-55. Epub 2007 Feb 27.











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