Die Anamnese (Krankengeschichte) stellt einen wichtigen Baustein in der Diagnostik des chronischen Müdigkeitssyndroms (CFS) dar.
Familienanamnese
- Wie ist der allgemeine Gesundheitszustand Ihrer Angehörigen?
Soziale Anamnese
- Welchen Beruf üben Sie aus?
- Sind Sie in Ihrem Beruf schädigenden Arbeitsstoffen ausgesetzt?
- Gibt es Hinweise auf psychosoziale Belastungen oder Belastungen auf Grund Ihrer familiären Situation?
Aktuelle Anamnese/Systemanamnese (somatische und psychische Beschwerden)
Diese Symptome treten plötzlich bei einem bis dahin aktiven Menschen auf
- Abgeschlagenheit
- Frühe Erschöpfbarkeit
- Konzentrationsstörungen
- Müdigkeit
Nebensymptome
- Allergien (55 %)
- Bauchschmerzen (40 %)
- Brustschmerz (5 %)*
- Druckschmerzhafte Lymphknoten (80 %)
- Exanthem (Hautausschlag) (10 %)
- Gelenkschmerzen (75 %)
- Gewichtsverlust (20 %)
- Gewichtszunahme (5 %)
- Halsschmerzen (85 %)
- Kopfschmerzen (bei 90 % der Patienten)
- Mäßiges Fieber (75 %)
- Muskelschmerzen (80 %)
- Nachtschweißigkeit (5 %)
- Psychische Probleme (65 %)
- Schlafstörungen (70 %)
- Tachykardie (erhöhter Puls) > 100 Schläge pro Minute (10 %)
Vegetative Anamnese inkl. Ernährungsanamnese
- Hat sich Ihr Appetit verändert?
- Hat sich Ihr Körpergewicht ungewollt verändert?
- Leiden Sie unter Schlafstörungen?
Eigenanamnese inkl. Medikamentenanamnese
- Vorerkrankungen (Infektionserkrankungen, Immundefekte)
- Operationen
- Allergien
- Umweltanamnese (Blei, Cadmium, Ozon, Amalgam, Quecksilber)
- Medikamentenanamnese
Die Diagnose wird anhand der CDC-Kriterien für das chronische Müdigkeitssyndrom (CFS) gestellt.
Ein Fall mit chronischen Müdigkeitssyndrom wird definiert durch:
- Eine klinische gesicherte, nicht
erklärbare, anhaltende oder rezidivierende Erschöpfung, die erst
kürzlich aufgetreten ist oder deren Erstmanifestation bekannt ist, die
nicht das Ergebnis einer aktuellen körperlichen Anstrengung ist, sich
nicht in Ruhe bessert und zu einer wesentlichen Minderung beruflicher,
schulischer, sozialer oder privater Aktivitäten führt; und
- Vier oder mehr der folgenden
Beschwerden, die mindestens für sechs Monate anhalten oder rezidivieren
und der Erschöpfung nicht vorausgehen:
- Eine selbst beobachtete Verschlechterung der Merkfähigkeit oder der Konzentration
- Halsschmerzen
- Schmerzhafte Hals- oder Achsellymphknoten
- Myalgie (Muskelschmerzen)
- Polyarthralgie (Schmerzen in mehreren Gelenken) ohne Rötung oder Schwellung
- Kopfschmerzen (Cephalgie) neuen Musters oder Intensität
- Nicht erholsamer Schlaf (Insomnie)
- Krankheitsgefühl über mindestens 24 Stunden nach körperlicher Anstrengung - Bauch-/Brustschmerzen*
- Mäßiges Fieber, Nachtschweiß











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