Zur Prävention von Adipositas muss insbesondere auf eine Reduktion der Risikofaktoren geachtet werden.
Verhaltensbedingte Risikofaktoren- Ernährung
- Zu hohe Kalorienzufuhr, z. B. durch zu fettreiches Essen
Dadurch erfolgt eine Stimulation der Leptin- und Insulinsekretion. Diese hat zur Folge, dass die Beta-Rezeptoren anfangs zwar stimuliert werden, aber es dann zu einer Down-Regulation kommt, sodass die kompensatorische Aktivierung des Sympathikus – ein Energieverbrauch erhöhender Mechanismus – ausbleibt
- Moderner Lebensstil – z. B. Fehlernährung
- Essverhalten (zu schnell essen; essen bis zum Völlegefühl)
- Genussmittelkonsum
- Alkohol – Übermäßiger Alkoholkonsum (Gewichtszunahme durch Alkoholaddition)
- Nikotinverzicht - Körperliche Aktivität
- Bewegungsmangel – es resultiert ein reduzierter Grundumsatz
Bei gleichem Essverhalten entsteht eine positive Energiebilanz (= Gewichtszunahme), beispielsweise Immobilisation nach Operationen etc. - Psycho-soziale Situation
- Seelische Gründe wie Frustration und Langeweile
- Schwangerschaft
- Stress – die Großhirnrinde sendet unter Stress verstärkt Signale an die Amygdala und den Hippocampus. Beide Areale aktivieren den Hypothalamus, der die vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen wie beispielsweise Cortisol anregt. Diese lenken Glucose zum Gehirn und die Glucoseaufnahme im Körper wird gehemmt. Bei gestörter Informationsverarbeitung fordert das Gehirn so permanent Energie, mit der Folge eines Ungleichgewicht zwischen Energieaufnahme und Energieverbrauch. Das Ergebnis ist eine positive Energiebilanz und bedeutet Gewichtszunahme.
- Schlafmangel bei Frauen [2]: Frauen mit fünf Stunden Schlaf 1,1 Kilo und die mit sechs Stunden 0,7 Kilo mehr als die Vergleichsgruppe mit sieben Stunden. Insofern vermuten die Autoren, dass Schlafmangel den Grundumsatz senkt, indem er den Tag-Nacht-Rhythmus stört und damit auch den Glucose- und Hormonstoffwechsel.
- Schlafdauer < 5 Stunden [2]
- Bei Kindern zeigten sich weiterhin übermäßiges Fernsehen und Videospielen sowie Schlafmangel als weitere Risikofaktoren [1]
Krankheitsbedingte Risikofaktoren
- Altersbedingte Hyperleptinämie, die sich bis zur Leptinresistenz entwickeln kann
- Depression
- Endokrine Krankheiten
- Cushing-Syndrom
- Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)
- PCO-Syndrom – Syndrom der polycystischen Ovarien (Eierstöcke) - Essstörungen – z.B. Binge Eating Disorder
Medikamente
- Tri- und heterozyklische Antidepressiva
- Amitriptylin, Doxepin, Maprotilin, Mirtazapin, Trimipramin (stark), Clomipramin, Imipramin, Nortriptylin, Opipramol, Mianserin (mäßig)
- Citalopram, Fluoxetin, Flavoxamin, Moclobemid, Sertralin, (gering)
- Phasenprophylaktika
- Lithium, Valproat (stark), Carbamzepin (mäßig), Gabapentin, Lamotrigin, Topiramat (gering)
- Neuroleptika (Antipsychotika)
- Clozapin, Olanzapin (stark), Zuclopenthixol, Quetiapin, Risperidon (mäßig), Amisulprid, Aripiprazol, Haloperidol, Ziprasidon (gering)
- Thioridazin, Chlorpromazin (stark), Triflupromazin, Perphenazin, Promethazin (mittel), Alimemazin, Promazin (leicht)
- Hormone
- Insulin (stark)
- Cortisol und deren Derivate (stark)
- Androgene: Testosteron und Androstendion (mittel)
- Kontrazeptiva: Ethinylöstradiol (gering)
- Östrogene, außer Ethinylöstradiol (sehr gering)
- Gestagene (sehr gering)
- Weitere Pharmaka mit adipogener Wirkung
- Sulfonylharnstoffe (mittel) wie beispielsweise Glibenclamid
- Thiazolidindione (gering) wie beispielsweise Rosiglitazon
- Betablocker (gering) wie beispielsweise Metoprolol
- Alpha-2-Agonisten (α2-Adrenozeptor-Agonisten) (sehr gering) wie beispielsweise Midodrin
- Einige Operationen können zu Immobilisation (Bettlägerigkeit) führen und dadurch Adipositas begünstigen
- Bestimmte Operationen
Literatur
- Chaput JP, Brunet M, Tremblay A.
Relationship between short sleeping hours and childhood overweight/obesity: results from the 'Quebec en Forme' Project. Int J Obes (Lond). 2006 Mar 14; [Epub ahead of print] - Patel SR, Malhotra A, White DP, Gottlieb DJ, Hu FB.
Association between reduced sleep and weight gain in women.
Am J Epidemiol. 2006 Nov 15;164(10):947-54











Arztsuche
Newsletter bestellen
DocMedicus Expertenrat




