Folgende Hörgerätetypen sind derzeit verfügbar:
- Hinter-dem-Ohr-Geräte
- Im-Ohr-Geräte
- Concha-(Ohrmuschel)-Geräte
- Gehörgangsgeräte
Des Weiteren gibt es Hörbrillen:
- Knochenleitungshörbrille
- Luftleitungshörbrille
Bei der Knochenleitungshörbrille wird der Schall vom Brillenbügel auf den Knochen hinter dem Ohr übertragen und gelangt so zum Innenohr. Diese Art der Hörbrille wird bei hochgradiger Schwerhörigkeit oder bei chronischen Ohrentzündungen eingesetzt, aber auch bei Ekzemen des Gehörganges.
Die Luftleitungshörbrille wird eingesetzt bei mittelgradiger Schwerhörigkeit.
Eine neuartige Behandlungsmethode bei mittel- bis hochgradiger sensorineuraler Schwerhörigkeit sind Hörsysteme, welche in das Mittelohr implantiert werden können. Vorteile dieser Systeme sind Unsichtbarkeit, verbesserte Klangqualität, bessere Sprachverständlichkeit und bessere Toleranz gegenüber lauten Geräuschen. Diese Systeme befinden sich aber teilweise noch im experimentellen Stadium.
Des Weiteren können auch sogenannte Hörtherapien bei ausgebildeten Ärzten zu einer Verbesserung der akustischen Fähigkeiten und somit zu einer Steigerung der Lebensqualität im Alter beitragen.
Wichtige Hinweise!
Die Hörgeräteversorgung unterscheidet sich fundamental von der Versorgung mit einer Brille. Während durch eine Brille das Sehvermögen in sehr vielen Fällen zu 100% wiederhergestellt werden kann, ist dies bei Innenohrschwerhörigkeiten fast nie möglich. Der Grund: Die Hörschwelle sinkt ab, die Unbehaglichkeitsschwelle bleibt aber gleich hoch oder steigt sogar an. Das bedeutet, dass Schwerhörige bereits Lautstärken als unangenehm empfinden, die Hörgesunde noch nicht als lästig oder verzerrt wahrnehmen. Somit reicht es nicht, mittels Hörgerät einfach den Schall linear zu verstärken, sondern die Bandbreite des normalen Hörens (0 dB Hörschwelle, ca. 130 dB Schmerzschwelle) muss in einen wesentlich schmaleren Bereich "komprimiert" werden (z. B.: Hörschwelle 50 dB, Schmerzschwelle 110 dB). Genau diese "Kompression" stellt das menschliche Gehirn vor die Anforderung, das Hören mit Hörgeräten "neu zu erlernen". Es liegt auf der Hand, dass dies umso leichter möglich ist je jünger ein Patient ist und je weniger weit die Zeit zurückliegt, als er bestimmte Geräusche noch über den normalen Weg hören konnte ("Hörgedächtnis").
Daher ist es völlig unlogisch, wenn Patienten sagen "es geht ja noch so, ich warte lieber noch". Besser wird es nämlich mit Sicherheit nicht, denn die Lernfähigkeit des Gehirns lässt immer weiter nach.
Die Devise muss also lauten: Hörgeräteversorgung, sobald die Kriterien für eine solche Versorgung erfüllt sind."












Arztsuche
Newsletter bestellen
DocMedicus Expertenrat




