Das Magenkarzinom ist zu mehr als 90 Prozent ein Adenokarzinom, d. h. ein bösartiger Tumor, der aus Drüsengewebe hervorgegangen ist.
Zum einen besteht die Vermutung, dass durch die Nahrung aufgenommene Nitrate durch Bakterien (Speichel/Magen) in Nitrite umgewandelt werden und diese mit sekundären Aminen Nitrosamine bilden, die gentoxisch und mutagen wirken. Sie begünstigen so die Entstehung des Magenkarzinoms.
Ebenfalls soll das Bakterium Helicobacter pylori zu dieser Umwandlung beitragen. Des Weiteren soll es durch eine intestinale Metaplasie (= Umwandlung (Differenzierung) einer Zellart in eine andere) zu Neoplasien (Neubildung) kommen.
Das Magenkarzinom kann durch direkte Expansion oder aber über lymphatische und hämatogene Streuung (d. h. über den Lymph- und Blutweg) Metastasen (Tochtergeschwülste) bilden.
Biographische Ursachen
- Genetische Belastungen durch Eltern, Großeltern (etwa 3,7 mal größeres Erkrankungsrisiko, wenn ein Familienmitglied ersten Grades – d.h. Eltern, Kinder, Geschwister – bereits an einem Magenkarzinom erkrankt ist)
- Hereditäre Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit) – Eisenresorptionsstörung mit pathologisch vermehrter Eisenaufnahme und -lagerung in Geweben ("Bronzediabetes", Leberzirrhose (Leberschrumpfung), hepatozelluläres Karzinom, Magenkarzinom, Kardiomyopathie (Herzmuskelerkrankung), Arthropathie großer Gelenke)
- Mitglied unterer sozioökonomischer Schichten
Verhaltensbedingte Ursachen
- Ernährung
- Zu geringer Obst- und Gemüseverzehr
- Nitrat- und nitritreiche Ernährung, wie gepökelte oder geräucherte Speisen:
Nitrat ist eine potenziell toxische Verbindung: Nitrat wird im Körper durch Bakterien (Speichel/Magen) zu Nitrit reduziert. Nitrit ist ein reaktives Oxidans, das bevorzugt mit dem Blutfarbstoff Hämoglobin reagiert und diesen in Methämoglobin umwandelt. Des Weiteren bilden Nitrite (unter anderem auch enthalten in gepökelten Wurst- und Fleischwaren sowie gereiftem Käse) mit sekundären Aminen (enthalten in Fleisch- und Wursterzeugnissen, Käse und Fisch) Nitrosamine, die gentoxisch und mutagen wirken. Sie begünstigen u. a. die Entstehung von Magenkrebs.
Die tägliche Aufnahme von Nitrat erfolgt in der Regel zu circa 70 % durch den Verzehr von Gemüse (Feld- und Kopfsalat, Grün-, Weiß- und Chinakohl, Kohlrabi, Spinat, Radieschen, Rettich, Rote Bete), 20 % aus Trinkwasser (Stickstoffdünger) und 10 % aus Fleisch und Fleischwaren sowie Fisch.
- Benzpyren gilt als Risikofaktor für ein Magenkarzinom (Magenkrebs). Es entsteht beim Toasten und Holzkohlegrillen. Es kommt in allen gegrillten, geräucherten oder angebrannten Lebensmitteln vor.
Auch Zigarettenrauch enthält Benzpyren, das wiederum zu Bronchialkarzinomen führen kann.
- Verzehr von Lebensmitteln, die vom Schimmelpilz Aspergillus flavus bzw. Aspergillus parasiticus befallen sein können. Diese Schimmelpilze produzieren Aflatoxine, die karzinogen wirken.
Aspergillus flavus findet man in Erdnüssen, Pistazien und Mohn; Aspergillus parasiticus findet man in Erdnüssen.
- Mikronährstoffmangel (Vitalstoffe) – besonders Vitamin C und E – siehe Mikronährstofftherapie - Genussmittelkonsum
- Alkohol (Frau: > 10 g/Tag; Mann: > 20 g/Tag)
- Tabak (Rauchen); etwa 3-fach erhöhtes Erkrankungsrisiko [1, 2]
Krankheitsbedingte Ursachen
- Bakterielle Gastritis (Typ B-Gastritis) – durch das Bakterium Helicobacter pylori ausgelöste Magenentzündung
- Chronische Typ A-Gastritis (Magenentzündung)
- Epstein-Barr-Virus-Infektion (infektiöse Mononukleose; Pfeiffersches Drüsenfieber) – bei Personen, die an einer Immundefizienz (Immunschwäche) leiden kann u. a. ein Magenkarzinom entstehen
- Magenpolypen – Schleimhautausstülpungen im Bereich des Magens
- Morbus Ménétrier (Riesenfaltengastritis)
Operationen
- Zustand nach Magenteilresektion – Teilentfernung des Magens
- Aufnahme von Nitrosaminen
- Benzpyren – findet sich in Abgasen, Rauch und Teer. Es gilt u. a. als Risikofaktor für ein Magenkarzinom.
Weitere Ursachen
- Blutgruppe A
Literatur
- Deutsches Krebsforschungszentrum
Tabakatlas Deutschland 2009. Heidelberg
http://www.tabakkontrolle.de/pdf/Tabakatlas_2009.pdf (abgerufen am 20.11.2009) - Secretan B, Straif K, Baan R et al. (2009)
A review of human carcinogens – Part E: tobacco, areca nut, alcohol, coal smoke, and salted fish.
Lancet Oncol, 10, 1033-1034











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