Zur Prävention des Magenkarzinoms muss insbesondere auf eine Reduktion der Risikofaktoren geachtet werden
Verhaltensbedingte Risikofaktoren
- Ernährung
- Zu geringer Obst- und Gemüseverzehr
- Nitrat- und nitritreiche Ernährung, wie gepökelte oder geräucherte Speisen:
Nitrat ist eine potenziell toxische Verbindung: Nitrat wird im Körper durch Bakterien (Speichel/Magen) zu Nitrit reduziert. Nitrit ist ein reaktives Oxidans, das bevorzugt mit dem Blutfarbstoff Hämoglobin reagiert und diesen in Methämoglobin umwandelt. Des Weiteren bilden Nitrite (unter anderem auch enthalten in gepökelten Wurst- und Fleischwaren sowie gereiftem Käse) mit sekundären Aminen (enthalten in Fleisch- und Wursterzeugnissen, Käse und Fisch) Nitrosamine, die gentoxisch und mutagen wirken. Sie begünstigen u. a. die Entstehung von Magenkrebs.
Die tägliche Aufnahme von Nitrat erfolgt in der Regel zu circa 70 % durch den Verzehr von Gemüse (Feld- und Kopfsalat, Grün-, Weiß- und Chinakohl, Kohlrabi, Spinat, Radieschen, Rettich, Rote Bete), 20 % aus Trinkwasser (Stickstoffdünger) und 10 % aus Fleisch und Fleischwaren sowie Fisch.
- Benzpyren gilt als Risikofaktor für ein Magenkarzinom (Magenkrebs). Es entsteht beim Toasten und Holzkohlegrillen. Es kommt in allen gegrillten, geräucherten oder angebrannten Lebensmitteln vor.
Auch Zigarettenrauch enthält Benzpyren, das wiederum zu Bronchialkarzinomen führen kann.
- Verzehr von Lebensmitteln, die vom Schimmelpilz Aspergillus flavus bzw. Aspergillus parasiticus befallen sein können. Diese Schimmelpilze produzieren Aflatoxine, die karzinogen wirken.
Aspergillus flavus findet man in Erdnüssen, Pistazien und Mohn; Aspergillus parasiticus findet man in Erdnüssen.
- Mikronährstoffmangel (Vitalstoffe) – besonders Vitamin C und E – siehe Mikronährstofftherapie - Genussmittelkonsum
- Alkohol (Frau: > 10 g/Tag; Mann: > 20 g/Tag)
- Tabak (Rauchen); etwa 3-fach erhöhtes Erkrankungsrisiko [4, 5]
Krankheitsbedingte Risikofaktoren
- Bakterielle Gastritis (Typ B-Gastritis) – durch das Bakterium Helicobacter pylori ausgelöste Magenentzündung
- Chronische Typ A-Gastritis (Magenentzündung)
- Epstein-Barr-Virus-Infektion (infektiöse Mononukleose; Pfeiffersches Drüsenfieber) – bei Personen, die an einer Immundefizienz (Immunschwäche) leiden kann u. a. ein Magenkarzinom entstehen
- Magenpolypen – Schleimhautausstülpungen im Bereich des Magens
- Morbus Ménétrier (Riesenfaltengastritis)
Operationen
- Zustand nach Magenteilresektion
- Aufnahme von Nitrosaminen
- Benzpyren – findet sich in Abgasen, Rauch und Teer. Es gilt u. a. als Risikofaktor für ein Magenkarzinom.
- Blutgruppe A
Präventive Faktoren
- Grüner Tee – Untersuchungen auf Magenkarzinom zeigen auf, dass Flavonoide das Wachstum von Magenkarzinomzellen hemmen. Da besonders in den Regionen Chinas und Japans traditionell viel grüner Tee getrunken wird, zeigten dort Männer wie Frauen eine fünffach geringere Mortalitätsrate (Sterblichkeitsrate) an Magenkarzinom als die durchschnittliche Bevölkerung
Eine hohe Aufnahme von Flavonoiden in Form von Grüntee bewirkt beim Menschen ein niedrigeres Risiko an Magen-, Kolonkarzinom (Darm- und Mastdarmkrebs) und Mammakarzinom (Brustkrebs) zu erkranken [3].
Literatur
- Gehring, W. G., Hoffmann, P.
Richtig Trinken.
Trophos-Verlag, Frankfurt am Main, 1998 - Oldenburger Stachel, Nummer 12/1996 Grüntee – grasig und gesund.
- Schmidt, Dr. med. Edmund, Schmidt, Nathalie
Leitfaden Mikronährstoffe.
Urban & Fischer Verlag; München, Februar 2004 - Deutsches Krebsforschungszentrum
Tabakatlas Deutschland 2009. Heidelberg
http://www.tabakkontrolle.de/pdf/Tabakatlas_2009.pdf (abgerufen am 20.11.2009) - Secretan B, Straif K, Baan R et al. (2009)
A review of human carcinogens – Part E: tobacco, areca nut, alcohol, coal smoke, and salted fish.
Lancet Oncol, 10, 1033-1034











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