Für die werdende Mutter sind die regelmäßigen Ultraschalluntersuchungen ein besonderes Erlebnis.
Auch für den zukünftigen Vater sind diese Termine sehr wichtig. Das bildliche Erleben hilft ihnen, eine Beziehung zu ihrem Kind aufzubauen.
Bisher war Ultraschall jedoch immer nur zweidimensional möglich. Mit der Entwicklung des 3D-Ultraschalls ist es nun möglich, das heranwachsende Baby räumlich – also dreidimensional – zu sehen.
Die 3D-Sonographie ermöglicht die dreidimensionale Darstellung des Feten.
Indikationen (Anwendungsgebiete)
- Ein weiterer Vorteil liegt in der verbesserten Früherkennung von Fehlbildungen, zum Beispiel Fehlbildungen der Wirbelsäule – Spina bifida aperta (offene Wirbelsäule) – oder Lippen-Kiefer-Gaumenspalten – Cheilognathopalatoschisis.
- Chromosomale Besonderheiten (z.B. Down-Syndrom – Mongolismus, Edwards-Syndrom, u. a.) können nicht diagnostiziert werden. Lediglich bestimmte körperliche Auffälligkeiten können Hinweise auf eine Chromosomenbesonderheit geben, sodass eine Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) zur genetischen Diagnostik in Erwägung gezogen werden kann.
- Ein besonders wichtiges Einsatzgebiet ist der 3D-Sonographie des Herzens, um Vitien (Herzfehler des Ungeborenen) frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können:
- Ventrikelseptumdefekt (häufigste angeborene Fehlbildung des Herzens (Herzfehler), bei der die Herzscheidewand zwischen den Ventrikeln (Septum interventriculare) nicht vollständig verschlossen ist. Der Ventrikelseptumdefekt gehört zu den sogenannten Shuntvitien.)
- Persistierender Ductus arteriosus (PDA) – der sogenannte Ductus arteriosus (auch Ductus arteriosus Botalli oder Ductus Botalli genannt, nach Leonardo Botallo) stellt im fetalen (vorgeburtlichen) Blutkreislauf eine Verbindung zwischen Aorta und der Lungenarterie (Truncus pulmonalis) her. Es handelt sich um eine Umgehung der Lunge, da diese vor der Geburt noch nicht belüftet ist und somit die Durchblutung nicht erforderlich ist. Nach der Geburt verschließt sich diese Verbindung normalerweise, bei einem PDA nicht.
- Fallot-Tetralogie – Kombination aus vier Herzfehlern (Pulmonalstenose (Verengung des großen Lungengefäßes), Ventrikelseptumdefekt, reitende Aorta (Fehllage der Aorta) und Rechtsherzhypertrophie (Vergrößerung des rechten Herzens))
- Vorhofseptumdefekt (Verbindung zwischen den beiden Herzvorhöfen, die einen Blutrückfluss verursacht)
- Aortenisthmusstenose (Verengung der Aorta am Isthmus aortae im Bereich des Aortenbogens)
Das Verfahren
Der Schallkopf nimmt drei zweidimensionale Bilder gleichzeitig auf – ein Computer erstellt aus diesen Daten dann das dreidimensionale Bild.
Im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge sind drei Ultraschall-Termine vorgesehen:
- 9.-12. Schwangerschaftswoche: Screening (inkl. Nackenfaltenmessung)
Nachweis der Schwangerschaft und des Gestationsalters; Kontrolle des Schwangerschaftssitzes (intra- oder extrauterin); Bestimmung des Choriondurchmessers und der SSL (Scheitel-Steiß-Länge) des Embryos sowie die eventuelle Diagnose einer Mehrlingsschwangerschaft.
Zwischen der 12. und 14. Schwangerschaftswoche kann der Arzt die Transparenz der sogenannten Nackenfalte messen. Die Beschaffenheit der Nackenfalte gibt Auskunft über mögliche Fehlbildungen (z. B. Trisomie 21 (Down-Syndrom, Mongolismus). - 19.-22. Schwangerschaftswoche: Fehlbildungsultraschall
Bei dieser Untersuchung wird besonders auf Wachstumsstörungen geachtet, z. B. auf die Größenverhältnisse von Kopf, Rumpf und Extremitäten. Außerdem steht die Untersuchung der Organe, insbesondere des Herzens, im Mittelpunkt. - 29.-32. Schwangerschaftswoche: Dieses Screening kann besonders gut mit der 3D- bzw. 4D-Sonographie durchgeführt werden.
Die Untersuchung dient der Wachstumskontrolle, der Lagebestimmung des Kindes, der Plazentalokalisation, der Bestimmung der Fruchtwassermenge und der Beurteilung der Organe und Extremitäten.
Der günstigste Zeitraum für 3D-Aufnahmen ist die 12. bis 16. Schwangerschaftswoche (für Bilder vom ganzen Ungeborenen) und die 25. bis 33. Schwangerschaftswoche (für eindrucksvolle Detailbilder einzelner Organe und Körperpartien des Ungeborenen). Auch frühere und spätere Untersuchungszeitpunkte sind prinzipiell möglich.
Im Mittelpunkt dieser Ultraschalluntersuchung steht vor allem das Erlebnis der Eltern mit dem ungeborenen Kind. Des Weiteren liefert die 3D-Sonographie wichtige diagnostische Erkenntnisse, wenn Auffälligkeiten bei der normalen Ultraschalluntersuchung weiterer Klärung bedürfen. Die 3D-Sonographie eignet sich besonders für die plastische Darstellung von Fehlbildungen des Körpers oder der Organe. Zwar ist die direkte Feststellung von chromosomalen Fehlbildungen (z. B. Trisomie 21 – Down-Syndrom oder Mongolismus; Trisomie 18 – Edwards-Syndrom) nicht möglich, jedoch kann nach äußerlichen Merkmalen gefahndet werden.
Bei der nochmals weiterentwickelten 4-D-Sonographie kommt die Dimension Zeit hinzu, wodurch am Ultraschallmonitor ein sich ständig aktualisiertes, dreidimensionales Bild entsteht, in dem sich Kindsbewegungen so gut wie ohne zeitliche Verzögerung darstellen lassen.
Der 3D-Ultraschall ermöglicht einen faszinierenden Einblick in den Mutterleib. Eltern erhalten Bilder und Filmsequenzen ihres Kindes als Erinnerung an die Schwangerschaft. Besonders Väter können dabei eine besonders starke Beziehung zu ihrem Kind herstellen.
Literatur
- Ultraschall in Gynäkologie und Geburtshilfe; Christof Sohn/Peter M Baier/Wolfgang Holzgreve/Sevgi Tercanli; Georg Thieme Verlag 2003
- Ultraschalldiagnostik in der Geburtshilfe; Trish Chudleigh/Basky Thilaganathan; Elsevier, Urban & Fischer Verlag 2007












Arztsuche
Newsletter bestellen
DocMedicus Expertenrat




