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Einleitung
Bluthochdruck in der Schwangerschaft (Gestose)

Hypertonie (Bluthochdruck) in der Schwangerschaft kann neu aufgetreten sein oder schon vor der Schwangerschaft bestanden haben.

Bei der schwangerschaftsinduzierten Hypertonie
(Synonyme: EPH-Gestose; Eklampsie; Frühgestose; Gestationshypertonie; Gestosis; Gravidität - Gestose; Graviditätstoxikose; HELLP-Syndrom; hypertensive Schwangerschaftserkrankungen (HES); Pfropfgestose; Praeeklampsie; Propfgestose; Präeklampsie; Schwangerschaftshypertonie; Schwangerschaftsinduzierte Hypertonie; Schwangerschaftstoxikose; Spätgestose; Toxikose; hypertensive Schwangerschaftserkrankung; ICD-10: O14.9 – Präeklampsie, nicht näher bezeichnet) kann man folgende Formen unterscheiden:

  • Gestationshypertonie – in der Schwangerschaft neu aufgetretener Hypertonie ohne weitere Komplikationen mit Werten von > 140/90 mmHg (bei mindestens zweimaliger Messung mit einem Abstand von sechs Stunden) bei einer vorher gesunden Frau; die Blutdruckwerte normalisieren sich innerhalb der ersten 12 Wochen nach der Entbindung
  • Präeklampsie* (PE) (EPH-Gestose oder proteinurische Hypertonie) – in der Schwangerschaft neu aufgetretene Hypertonie mit einer Proteinurie (Ausscheidung von Eiweißen mit dem Urin; > 300 mg/24h) nach der 20. Schwangerschaftswoche; wenn keine Proteinurie vorliegt, spricht man bei folgenden Symptomen trotzdem von einer Präeklampsie:
    - Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin ≥ 0,9 g/l oder Olgurie < 500 ml/Tag)
    - Leberbeteiligung (schwere Oberbauchschmerzen und/oder Transaminasen ↑)
    - intrauterine Wachstumsretardierung (Intrauterine growth restriction, IUGR; Störungen des kindlichen Wachstums))
    - neurolgische Beschwerden (schwere Cephalgie/Kopfschmerzen, anhaltende visuelle Störungen, Hyperreflexie)
    - hämatologische Störungen
    Die Prävalenz
    (Häufigkeit einer Krankheit oder eines Symptoms in einer Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt) beträgt circa fünf Prozent.
  • Schwere Präeklampsie – von einer schweren Präeklampsie spricht man, wenn zusätzlich zu den Symptomen einer Präeklampsie folgende Beschwerden/Veränderungen auftreten:
    - Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin ≥ 0,9 g/l oder Olgurie < 500 ml/Tag)
    - Leberbeteiligung (schwere Oberbauchschmerzen und/oder Transaminasen ↑)
    - Lungenödem
    - hämatologische Störungen:
    Thrombozytopenie oder Hämolyse oder disseminierte intravasale Koagulopathie (von lat.: disseminiert = "verstreut"; intravasal = "im Gefäß"; Koagulation = Gerinnung) oder DIC – als Abkürzung des englischen Begriffs Disseminated Intravascular Coagulation)
    - neurolgische Beschwerden (schwere Cephalgie/Kopfschmerzen, anhaltende visuelle Störungen, Hyperreflexie)
    - intrauterine Wachstumsretardierung (Intrauterine growth restriction, IUGR)
    - Hypertonie > 170/110 mmHg
    - Proteinurie
    (Ausscheidung von Eiweißen mit dem Urin) < 5 g/24h
  • HELLP-Syndrom (H = hemolysis, E = elevated liver enzymes, LP = low platelets) – Sonderform der Präeklampsie, die mit Blutbildveränderungen einhergeht und lebensgefährliche Verläufe annehmen kann
  • Eklampsie – Auftreten von Krampfanfällen (ohne das eine Epilepsie vorliegt) bei einer Präeklampsie; kann jedoch auch ohne vorliegende Hypertonie und/oder Proteinurie auftreten
  • Chronische Hypertonie in der Schwangerschaft – schon vor der Schwangerschaft bzw. vor der 20. Schwangerschaftswoche oder noch nach mehr als sechs Wochen nach der Entbindung bestehender Hypertonie
  • Transiente Hypertonie – leichte Form der Hypertonie, die in der Schwangerschaft auftritt und nach der Entbindung wieder verschwunden ist; diese Form tritt meist im dritten Trimenon (Schwangerschaftsdrittel) ohne Komplikationen auf; das Risiko, später eine chronische Hypertonie zu entwickeln, ist erhöht
  • Pfropfpräeklampsie (Pfropfgestose) – chronische Hypertonie, die in der Schwangerschaft mit einer Proteinurie (Ausscheidung von Eiweißen mit dem Urin) kombiniert auftritt
In den Industrieländern stehen die hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen (HES) an zweiter Stelle der prä- und postnatalen Mortalität (vor- und nachgeburtliche Sterblichkeit).

     
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