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Einleitung
Harninkontinenz (Blasenschwäche)

Als Harninkontinenz (Synonyme: Dranginkontinenz; Enuresis; Enuresis nocturna; Giggle-Inkontinenz; Incontinentia urinae; Inkontinenz; Reflexinkontinenz; Stress-Dranginkontinenz; Stressinkontinenz; Streßinkontinenz; Urge-Inkontinenz; Urgeinkontinenz; Urinary incontinence; Urininkontinenz; extraurethrale Harninkontinenz; neurogene Blase; Überlaufblase; Überlaufinkontinenz; ICD-10: R32 – Nicht näher bezeichnete Harninkontinenz) wird die Unfähigkeit des Zurückhaltens von Harn bezeichnet.

Die Harninkontinenz kann vorübergehend auftreten oder aber eine bleibende Erkrankung darstellen. Sie stellt im Alter ein häufiges und belastendes Symptom dar.

Die Harninkontinenz kann nach verschiedenen Ursachen eingeteilt werden:

  • Stressinkontinenz bzw. Belastungsinkontinenz – Urinverlust bei körperlicher Anstrengung infolge einer Blasenverschlussproblematik nach verschiedenem Schweregrad:
    - Urinverlust bei Husten oder Niesen sowie schwerer körperlicher Arbeit bzw. tröpfchenweise im Stehen (Grad 1)
    - Urinverlust beim Gehen, Treppensteigen, Aufstehen oder leichter körperlicher Arbeit bzw. Urinverlust im Strahl im Stehen (Grad 2)
    - Urinverlust im Liegen (Grad 3)
  • Dranginkontinenz bzw. Urgeinkontinenz (Urinverlust bei imperativem (unaufschieblichem) Harndrang), mit Detrusorinstabilitäten (früher motorische Dranginkontinenz) oder ohne Detrusorinstabilitäten (früher sensorischen Dranginkontinenz) 
  • Gemischte Stress-Dranginkontinenz (Mischinkontinenz) – Urinabgang durch Insuffizienz des Blasenschließmuskels in Kombination mit einem imperativen Harndrang
  • Reflexinkontinenz bzw. neurogene Blase – Urinabgang durch Schädigung oder Erkrankung der Strukturen, die die Nervenimpulse aus Gehirn oder Rückenmark auf die Blase übertragen.
  • Überlaufinkontinenz bzw. Überlaufblase – Urinabgang, wenn der Druck in der gefüllten Blase den Druck des Schließmuskels übersteigt
  • Extraurethrale Harninkontinenz – die Ursache liegt außerhalb der Harnblase; mögliche Ursachen sind Blasenfisteln oder ektop – außerhalb des richtigen Ortes – mündender Ureter (Harnleiter)

Die Stressinkontinenz ist bei Frauen die am weitesten verbreitete Form der Harninkontinenz mit etwa 40 %. Unter einer Dranginkontinenz leiden etwa 20 %, 38 % an Mischformen. Alle anderen sind mit nur etwa 2 % sehr selten.

Bei Männern ist die Dranginkontinenz mit 39 % am häufigsten. Die männlich Belastungsinkontinenz ist dagegen sehr selten und in den allermeisten Fällen iatrogen bzw. traumatisch (vor allem nach radikaler Prostatektomie (Entfernung der Prostata) wg. Insuffizienz des externen Harnbalsensphinkters (Harnblasenschließmuskel)/der Spontanverlauf ist meistens günstig!).

Das Kapitel "Harninkontinenz"  wurde von Prof. Dr. med. Gerhard Grospietsch (Frauenarzt; Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nährstoffmedizin und Prävention) erstellt.


     
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