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Fiebermessung (inkl. Fiebertypen)
Die Temperaturmessung erfolgt mit einem Fieberthermometer. Am genauesten ist die rektale Messung, d.h. im After (Messdauer: 5 Min.); die Messung kann auch oral, d. h. unter der Zunge, axillär, d.h. unter der Achsel (Messdauer: 10 Min.) oder aurikulär, d. h. im Ohr (Messfehler möglich durch Ohrenschmalz), erfolgen.

Neben dem herkömmlichen Quecksilberthermometer gibt es folgende Alternativen:
  • Digitale Thermometer
  • Ohrthermometer
  • Stirnthermometer
  • Infrarot-Thermometer
Als Fieber wird eine Erhöhung der Körpertemperatur bezeichnet, der eine Sollwertverstellung im Wärmeregulationszentrum des Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns) zu Grunde liegt.

Die mittlere oral gemessene Temperatur liegt bei 36,8 °C.
Die mittlere rektal gemessene Temperatur liegt bei 37,2 °C.

Die Temperaturerhöhung im Krankheitsfall dient der Beschleunigung körpereigener Stoffwechselvorgänge und fördert so die Abwehrreaktionen des Körpers.

Einteilung
  • Subfebrile Temperatur – bis 38 °C
  • Mäßiges Fieber – bis 39 °C
  • Hohes Fieber – über 39 °C

Fiebertypen

Febris continua – kontinuierliches Fieber

  • Das Fieber liegt bei circa 39 °C und schwankt um bis zu 1 °C im Tagesverlauf
  • Es hält mehrere Tage an
  • Tritt beispielsweise bei einer Lobärpneumonie (Lungenentzündung, die auf einen oder mehrere Lungenlappen beschränkt ist), einer Rickettsiose, Typhus, oder eine Tularämie auf.

Febris remittens – remittierendes Fieber

  • Das Fieber schwankt am Tag um 1-2 °C, überschreitet jedoch auch dauerhaft die Normaltemperatur
  • Tritt beispielsweise bei Tuberkulose (Schwindsucht) auf

Febris intermittens – intermittierendes Fieber

  • Es wechseln sich Fieberspitzen mit Schüttelfrost mit Normal- und auch Untertemperatur ab, die Temperatur schwankt um mehrere °C täglich
  • Tritt beispielsweise bei Sepsis (Blutvergiftung), Endokarditis (Entzündung der Herzinnenhaut) oder Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung) auf. Des Weiteren bei akuter Brucellose, Malaria, Salmonellose oder Miliartuberkulose. 

Relapsfieber – Rückfall-Fieber oder Wechselfieber

  • Kurze Fieberperioden werden von fieberfreien Tagen unterbrochen
  • Tritt zum Beispiel bei der Malaria (tropische Infektionserkrankung) auf

Febris undulans – wellenförmiges Fieber (auch Pel-Ebstein-Fieber genannt)

  • Das Fieber verläuft wellenförmig mit Fieberspitzen bis zu 40 °C
  • Beispiele sind die Brucellose (bakterielle Infektionserkrankung) oder das Hodgkin-Lymphom (Synonym: Morbus Hodgkin oder Lymphogranulomatose; bösartige Erkrankung des lymphatischen Gewebes)

Doppelgipfliges Fieber

  • Nach einigen fieberfreien Tagen tritt nach einem ersten Fiebergipfel eine zweite Fieberphase auf
  • Tritt Beispiel bei Masern, Gelbfieber, Influenza (Grippe inkl. der pandemischen/aviären Influenza/Vogelgrippe bzw. der "neuen Grippe"/Schweinegrippe) oder Denguefieber auf.

Wann muss ein Kind mit Fieber zum Arzt?

Babys mit Fieber gehören grundsätzlich zum Kinder- und Jugendarzt. Ältere Kinder sollten ihm in folgenden Fällen vorgestellt werden:

  • Das Fieber steigt über 38,5 Grad.
  • Das Fieber besteht länger als drei Tage.
  • Das Kind verweigert das Trinken, verliert Flüssigkeit und trocknet aus.
  • Dem Kind geht es gut, aber das Erbrechen dauert länger als zwölf Stunden (wenn es dem Kind nicht gut geht, früher zum Arzt!)
  • Dem Kind geht es gut, aber der Durchfall dauert länger als zwei Tage (wenn es dem Kind nicht gut geht, früher zum Arzt!).
  • Das Kind hat schwere Bauchschmerzen oder -krämpfe.
  • Die Schmerzen werden trotz Behandlung stärker.
  • Das Kind krampft.
  • Das Kind hat einen Hautausschlag oder zeigt Symptome von Ohrenschmerzen oder Atmungsbeschwerden. 
Quelle: Stiftung Kindergesundheit

     
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