Verhaltensbedingte Risikofaktoren
- Ernährung
- Mikronährstoffmangel (Vitalstoffe) – manche Patienten mit Asthma bronchiale haben einen Mangel an Vitamin B6, Ascorbinsäure oder Magnesium – siehe Mikronährstofftherapie - Genussmittelkonsum
- Tabak (Rauchen) [2, 3]
Bei mehr als 70 Prozent der Asthmapatienten ist ein Zusammenhang zwischen Rauchen und Asthma nachweisbar! Auch Kinder von rauchenden Eltern haben ein stark erhöhtes Asthmarisiko.
- Körperliche Aktivität
- Körperliche Anstrengung – Tritt ein Asthmaanfall etwa fünf Minuten nach Beendigung einer körperlichen Belastung oder bei Belastung auf, spricht man vom anstrengungsbedingten Asthma. - Psycho-soziale Situation
- Stress – unstrittig ist, dass emotionale Faktoren den Verlauf der Krankheit wesentlich beeinflussen. - Übergewicht (BMI >= 25; Adipositas) – Übergewichtige haben ein dreifach höheres Risiko an Asthma bronchiale zu erkranken. Übergewicht kann in der Lunge ein Gen aktivieren, das Entzündungen in der Lunge steuern kann.
- Infektionen der Atemwege
Das infektbedingte Asthma bronchiale tritt erstmalig nach einem bronchopulmonalen Infekt auf. Sowohl virale als auch bakterielle Atemwegsinfektionen gelten als mögliche Auslöser. - Refluxkrankheit (Synonyme: GERD; Gastro-oesophageal reflux disease; Gastroesophageal Reflux Disease (GERD); Gastroösophageale Refluxkrankheit (Refluxkrankheit); Gastroösophagealer Reflux)
Medikamente
- Asthma kann auch durch die Einnahme von Analgetika (Schmerzmittel) ausgelöst werden – analgetikabedingtes Asthma bronchiale. Dazu zählen z. B. Acetylsalicylsäure (ASS) sowie andere Antiphlogistika (entzündungshemmende Medikamente, die in den Prostaglandinstoffwechsel eingreifen.
- Auch Betablocker lösen häufig Asthmaanfälle aus!
- Paracetamol (Kinder, die in den ersten Lebensjahren Paracetamol bekommen haben, erkranken später häufiger an Asthma bronchiale und allergische Rhinitis [4])
- Allergene beim allergischen Asthma bronchiale
Dazu zählen unter anderem:
- Pollen
- Haustaubmilbenkot
- Tierische Allergene
- Federn
- Schimmelpilzsporen
- Nahrungsmittelallergene
- Insekten-Allergene
- Berufsbedingte Exposition
In einigen Berufsgruppen tritt Asthma aufgrund von häufigem Kontakt mit allergisierenden, irritativen oder toxischen (giftigen) Substanzen gehäuft auf. Dieses sind z. B. Metallsalze – Platin, Chrom, Nickel –, Holz- und Pflanzenstäube, Industriechemikalien. Bekannt ist auch das sogenannte Bäcker-Asthma, Pilzasthma und auch Menschen, die mit Isocyanaten arbeiten, leiden häufig an Asthma. - Aufhalten in einer luft- und umweltverschmutzten Umgebung (Smog, Ozon, Tabakrauch)
- Wiederholte Exposition gegenüber den auslösenden Allergenen (z. B. chloriertes Wasser in Schwimmbädern) – z. B. Babyschwimmen
Chloriertes Wasser in Schwimmbädern erhöht das Risiko für Rhinitis allergica (Heuschnupfen) und kann bei Disposition die Anfallshäufigkeit bei Asthma bronchiale erhöhen. Die Ursache dafür ist wahrscheinlich, dass Chlorverbindungen die Barriere des Lungenepithels schädigen und dadurch das Eindringen von Allergenen erleichtern. Seit 1980 darf das Wasser in Schwimmbädern nach DIN-Norm höchstens 0,3 bis 0,6 mg/l freies und 0,2 mg/l gebundenes Chlor bei einem pH zwischen 6,5 und 7,6 enthalten. - Haushaltssprays – eindeutige Dosis-Wirkungs-Beziehung: Bei Personen, die mindestens einmal wöchentlich Haushaltssprays benutzten, war das Asthma-Risiko um die Hälfte höher als bei Teilnehmern, die darauf verzichteten; viermal pro Woche Einsatz von Haushaltssprays führte bereits zur Verdoppelung des Asthma-Risikos! [1]
Präventionsfaktoren (Schutzfaktoren)
- Stillen über mindestens 4 Monate
- Mütterliche Ernährung in der Schwangerschaft und Stillzeit (sollte ausgewogen und nährstoffreich sein; es gibt jedoch keine Belege dafür, dass eine diätetische Restriktion (Vermeidung von potenten Nahrungsmittelallergenen) sinnvoll ist; es gibt Hinweise dafür, dass Fisch (Omega-3-Fettsäuren; EPA und DHA) in der Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft bzw. Stillzeit ein Schutzfaktor für die Entwicklung atopischer Erkrankungen beim Kind ist)
- Muttermilchersatz bei Risikokindern (falls die Mutter nicht oder nicht ausreichend stillen kann, ist die Gabe von hydrolysierter Säuglingsnahrung bei Risikokindern bis zum 4. Lebensmonat zu empfehlen; soja-basierte Säuglingsnahrung ist nicht zu empfehlen!; es gibt keine Empfehlungen zu: Ziegen-, Schaf- oder Stutenmilch)
- Ernährung nach dem 1. Lebensjahr (es gibt keine Empfehlungen zur Allergieprävention im Sinne einer speziellen Diät)
- Exposition von Tabakrauch [1, 2] (Tabakrauch ist zu vermeiden – das gilt insbesondere während der Schwangerschaft)
- Hinweis zu Impfungen (es gibt keine Belege dafür, dass Impfungen das Allergierisiko erhöhen; Kinder sollte gemäß den STIKO-Empfehlungen geimpft werden)
- Zu reduzieren ist die Inhalation von Allergenen sowie der Kontakt mit Allergenen von Haustieren – siehe dazu auch Weiteres unter "Umweltbelastung – Intoxikationen"
Literatur
- Zock JP, Plana E, Jarvis D, Antó JM, Kromhout H, Kennedy SM, Künzli N, Villani S, Olivieri M, Torén K, Radon K, Sunyer J, Dahlman-Hoglund A, Norbäck D, Kogevinas M.
The use of household cleaning sprays and adult asthma: an international longitudinal study.
Am J Respir Crit Care Med. 2007 Oct 15;176(8):735-41. Epub 2007 Jun 21 - Deutsches Krebsforschungszentrum
Tabakatlas Deutschland 2009. Heidelberg
http://www.tabakkontrolle.de/pdf/Tabakatlas_2009.pdf (abgerufen am 20.11.2009) - Secretan B, Straif K, Baan R et al. (2009)
A review of human carcinogens – Part E: tobacco, areca nut, alcohol, coal smoke, and salted fish.
Lancet Oncol, 10, 1033-1034 - Beasley R, Clayton T, Crane J, von Mutius E, Lai CK, Montefort S, Stewart A; ISAAC Phase Three Study Group.Collaborators
Association between paracetamol use in infancy and childhood, and risk of asthma, rhinoconjunctivitis, and eczema in children aged 6-7 years: analysis from Phase Three of the ISAAC programme. Lancet. 2008 Sep 20;372(9643):1039-48.











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