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Prävention
Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)

Zur Prävention der Pankreatitis muss insbesondere auf eine Reduktion der Risikofaktoren geachtet werden.

Verhaltensbedingte Risikofaktoren

  • Ernährung
    - Fehl- und Mangelernährung – proteinarme (eiweißarme) Ernährung
    - Mikronährstoffmangel (Vitalstoffe) – siehe Mikronährstofftherapie
  • Genussmittelkonsum
    - Alkohol
    * (Missbrauch) 
    Tabak
     (Rauchen) – erhöht das Risiko für eine chronische Pankreatitis und beschleunigt das Fortschreiten der Erkrankung
  • Stumpfes Bauchtrauma – z. B. Stoß in den Bauch – insbesondere bei Kindern wichtiger Risikofaktor
  • Übergewicht (BMI >= 25; Adipositas) – ist nicht nur ein Risikofaktor in der Entwicklung von lokalen (örtlichen) und systemischen Komplikationen, sondern erhöht auch die Mortalität [1]

Krankheitsbedingte Risikofaktoren

  • Bakterielle Infektionen wie beispielsweise Mykoplasmen, Campylobacter, Mykobakterium-avium-Komplex, Tuberkulosebakterien, Legionellen
  • Cholezystolithiasis (Gallensteinleiden*)
  • Chronische Niereninsuffizienz
  • Colitis ulcerosa
  • Diabetes mellitus
  • Enteritis (Darmentzündung)
  • Hämochromatose – kann zu chronischer Pankreatitis führen
  • Hämolytisch-urämisches Syndrom
  • Hepatitiden – virale Leberentzündungen
  • Hyperparathyreoidismus (Überfunktion der Nebenschilddrüse) – führt zu Hyperkalzämie
  • Hypothermie Schock, Hypoxie – Sauerstoffmangel im Schockzustand
  • Kawasaki-Syndrom – akute, fieberhafte, systemische Erkrankung, die durch eine nekrotisierende Vaskulitis (Gefäßentzündung) der kleinen und mittleren Arterien gekennzeichnet ist
  • Kollagenosen und Vaskulitiden (Gefäßentzündungen) – z. B. bei systemischem Lupus erythematodes, nekrotisierender Angiitis
  • Morbus Crohn
  • Mukoviszidose (cystische Fibrose) – genetischer Defekt, der sich vor allem durch die Produktion von zu zähem Schleim zeigt
  • Parasiten in Gallengängen, wie z. B. Ascariasis, Clonorchiasis
  • Purpura Schönlein-Henoch
  • Reye-Syndrom
  • Ulcus duodeni (Zwölffingerdarmgeschwür)
  • Virale Infektionen wie beispielsweise Mumps, Coxsackie-Virus, Hepatitis, HIV, Cytomegalievirus, Adenoviren

Labordiagnosen – Laborparameter, die als unabhängige Risikofaktoren gelten

Medikamente 

  • Asparaginase, Azathioprin, 6-Mercaptopurin, Furosemid, Thiaziddiuretika, Glucocorticoide, Tetracycline, Sulfamethoxazol, Trimethoprim, Valproat, Carbamazepin, Propofol, Östrogene incl. Antibabypille, Pentamidin, Dideoxyinosin
  • Wahrscheinlich auch ein Zusammenhang mit Nitrofurantoin, Methyldopa, ASS, Erythromycin, Salicylaten, Metronidazol, nicht-steroidalen Antiphlogistika, ACE-Hemmern

Operationen – Untersuchungen

  • Abdominalchirurgische Eingriffe – postoperative Pankreatitis, z. B. nach Magenoperation
  • Intraoperative endoskopische Untersuchungen – Spiegelung der Gallen- u. Pankreaswege, z. B. nach ERCP (Endoskopisch retrograder Cholangio-Pankreatiko-Graphie)
  • Zustand nach Nierentransplantation – bei etwa 3 % der Nierentransplantierten entwickelt sich eine Pankreatitis

* Hauptrisikofaktoren – Alkoholabusus und Gallensteinleiden verursachen zusammengenommen circa 70-80 % aller akuten Bauchspeicheldrüsenentzündungen


Literatur

  1. Martinez J, Johnson CD, Sanchez-Paya J, de Madaria E, Robles-Diaz G, Perez-Mateo M.
    Obesity is a definitive risk factor of severity and mortality in acute pancreatitis: an updated meta-analysis.
    Pancreatology. 2006;6(3):206-9. Epub 2006 Mar 17.
     
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