Bei den antinukleären Antikörpern (ANA) handelt es sich um Antikörper gegen Bestandteile des Zellkerns, die zur Diagnostik von Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises oder bei Kollagenosen genutzt werden können.
Zum rheumatischen Formenkreis bzw. den Kollagenosen zählen:
- Dermatomyositis – zu den Kollagenosen zählende Erkrankung, die die Haut und die Muskulatur betrifft und vor allem mit diffusen Bewegungsschmerzen einhergeht
- Kryoglobulinämie – chronisch rezidivierende Immunkomplexvaskulitiden (Immunerkrankung der Gefäße), die durch den Nachweis abnormaler, kältepräzipitierender Serumproteine (Kälte-Antikörper) gekennzeichnet sind.
- Lupus erythematodes – Systemerkrankung, die die Haut und das Bindegewebe der Gefäße betrifft und so zu Vaskulitiden (Gefäßentzündungen) zahlreicher Organe wie Herz, Nieren oder Gehirn führt
- Mixed connective tissue disease – chronisch-entzündliche Bindegewebserkrankung bei der Symptome unterschiedlicher Kollagenosen (systemischer Lupus erythematodes, Sklerodermie, Polymyositis, Raynaud-Syndrom) auftreten
- Panarteriitis nodosa – nekrotisierende Vaskulitis, die in der Regel mittelgroße Gefäße befällt; dabei umfasst die Entzündung alle Wandschichten (pan = griech. alle; arteri- von Arterie = Schlagadern; -itis = entzündlich).
- Polymyositis – wird den Kollagenosen zugeordnet; sie ist eine systemische entzündliche Erkrankung der Skelettmuskeln mit einer perivaskulären lymphozytären Infiltration.
- Progressive systemische Sklerose (systemische Sklerose) – siehe Sklerodermie
- Rheumatoide Arthritis – chronisch entzündliche Multisystemerkrankung, die sich meist in Form einer Synovialitis (Entzündung der Gelenkinnenhaut, die die Gelenkflüssigkeit produziert) manifestiert. Sie wird auch als primär-chronische Polyarthritis (PcP) bezeichnet.
- Sharp-Syndrom – chronisch-entzündliche Bindegewebserkrankung, die die Symptome mehrerer Kollagenosen wie Lupus erythematodes, Sklerodermie oder Polymyositis beinhaltet
- Sklerodermie (sklero = hart, dermie = Haut) – seltene Autoimmunerkrankung, die mit einer Bindegewebsverhärtung der Haut allein oder der Haut und innerer Organe (besonders Verdauungstrakt, Lungen, Herz und Nieren) einhergeht
- Sjögren-Syndrom – Autoimmunerkrankung aus der Gruppe der Kollagenosen, bei der die Immunzellen die Speicheldrüsen und Tränendrüsen angreifen. Das Sjögren-Syndrom manifestiert sich in morphologischen Veränderungen der Speichel- und Tränendrüsen, was eine chronische Parotitis, Keratokonjunktivitis sicca (Versiegen der Sekretion von Tränendrüsen), Xerostomie (Mundtrockenheit) und Rhinitis sicca (trockene Nasenschleimhäute) bewirkt
Das Verfahren
Benötigtes Material
- Blutserum
Vorbereitung des Patienten
- Nicht nötig
Störfaktoren
- Nicht bekannt
Normwert
| Normwert | 1: < 80 |
Indikationen
- Verdacht auf Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
- Verdacht auf eine Kollagenose
Interpretation
Interpretation erniedrigter Werte
- Nicht krankheitsrelevant
Interpretation erhöhter Werte
- Autoimmun-Hepatitis (Leberentzündung)
- Kollagenosen, vor allem der systemische
Lupus erythematodes (SLE)
- Rheumatoide Arthritis oder andere Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis
- Vaskulitiden (Gefäßentzündungen)
Weitere Hinweise
- Als Basisdiagnostik sollten bei Verdacht auf
rheumatoide Arthritis folgende Laboruntersuchungen durchgeführt
werden:
- CRP (C-reaktives Protein)
- Rheumafaktor (oder CCP-AK)
- ANA (Antinukleäre Antikörper)
- HLA-B27 (Histokompatibilitätsantigene)
- BSG (Blutsenkungsgeschwindigkeit) - Bei Verdacht auf Kollagenosen sollten
folgende Laboruntersuchungen durchgeführt werden:
- ANA (Antinukleäre Antikörper)
- ds-DNS-Antikörper
- ENA-Antikörper











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