Bei der rheumatoiden Arthritis kommt es zur Einwanderung von Entzündungszellen – Makrophagen und T-Lymphozyten – in die Synovialmembran (Innenhaut der Gelenkkapsel) und zur Freisetzung proinflammatorischer (entzündungsfördernder) Zytokine wie Interleukin-1b und TNF-α – Tumornekrosefaktor alpha –, die maßgeblich zur Gelenkdestruktion beitragen.
Es ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt, welche Ursachen für diesen chronisch entzündlichen Prozess verantwortlich sind. Es wird angenommen, dass es sich eventuell um eine Autoimmunerkrankung handelt. In einigen Fällen kann eine genetische Prädisposition (Veranlagung) mit HLA-DR4-Expression nachgewiesen werden.
Man vermutet auch, dass es sich bei der rheumatoiden Arthritis um eine Reaktion des Körpers auf die Infektion mit einem noch nicht identifizierten Erreger handelt – es werden Mykoplasmen, Ebstein-Barr-Virus, Cytomegalievirus, Parvovirus und Rubellavirus verdächtigt.
Da die rheumatoide Arthritis auf der ganzen Welt auftritt wurde die Hypothese aufgestellt, dass der infektiöse Erreger ebenfalls weltweit vorhanden sein müsste.
Ursachen im Überblick
Biographische Ursachen
- Erbliche Veranlagung – bei Verwandten 1. Grades von an rheumatoider Arthritis erkrankten Personen ist das Risiko ca. um das 4-fache erhöht
- Alter – mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, nach dem 60. Lebensjahr nimmt die Erkrankungshäufigkeit zu
- Geschlecht – Frauen erkranken dreimal häufiger als Männer
- Stillzeit – Stillen über 12 Monate war in einer Studie mit einem geringeren Risiko des Kindes verbunden, an rheumatoider Arthritis zu erkranken [1]
Verhaltensbedingte Ursachen
- Ernährung
- Hohe Aufnahme der Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure (tierische Lebensmittel wie Schweinefleisch und -produkte sowie Thunfisch) [4, 5]
- Mikronährstoffmangel (Vitalstoffe) – geringe Aufnahme von Vitamin C, E, Selen, Kupfer, Zink, Eisen – siehe Mikronährstofftherapie - Genussmittelkonsum
- Tabak (Rauchen) – das Zigarettenrauchen geht erwiesenermaßen mit einer erhöhten Erkrankungsrate einher [2-5] - Körperliche Aktivität
- Bewegungsmangel - Übergewicht (BMI >= 25; Adipositas) [2, 5]
Krankheitsbedingte Ursachen
- Fehlstellungen der Gelenke – z. B. X- oder O-Beine
- Stoffwechselstörungen – z. B. Diabetes mellitus, Gicht
Umweltbelastung – Intoxikationen (Vergiftungen)
- Männer mit beruflichem Kontakt zu anorganischen Stäuben oder Vibrationen – wie sie zum Beispiel beim Bedienen von Presslufthammern auftreten – wiesen einer schwedischen Studie zufolge ein höheres Risiko für eine rheumatoide Arthritis auf [6]. Insbesondere Quarzstäube (engl. silica dusts) werden ursächlich vermutet [4].
Frauen, die als Graphikerinnen oder im Farbdruck tätig waren, hatten ebenfalls ein erhöhtes Risiko [6]
Weitere Ursachen
- Bluttransfusionen – Personen, die Transfusionen erhalten hatten, wiesen Studien zufolge ein erhöhtes Risiko auf [2, 5]
Literatur
- Karlson EW, Mandl LA, Hankinson SE, Grodstein F. Do breast-feeding and other reproductive factors influence future risk of rheumatoid arthritis? Results from the Nurses' Health Study. Arthritis Rheum. 2004 Nov;50(11):3458-67.
- Symmons DP, Bankhead CR, Harrison BJ, Brennan P, Barrett EM, Scott DG, Silman AJ. Blood transfusion, smoking, and obesity as risk factors for the development of rheumatoid arthritis: results from a primary care-based incident case-control study in Norfolk, England. Arthritis Rheum. 1997 Nov;40(11):1955-61.
- Costenbader KH, Feskanich D, Mandl LA, Karlson EW. Smoking intensity, duration, and cessation, and the risk of rheumatoid arthritis in women. Am J Med. 2006 Jun;119(6):503.e1-9.
- Oliver JE, Silman AJ. Risk factors for the development of rheumatoid arthritis. Scand J Rheumatol. 2006 May-Jun;35(3):169-74. Review.
- Symmons DP. Looking back: rheumatoid arthritis--aetiology, occurrence and mortality. Rheumatology (Oxford). 2005 Dec;44 Suppl 4:iv14-iv17.
- Olsson AR, Skogh T, Axelson O, and Wingren G. Occupations and exposures in the work environment as determinants for rheumatoid arthritis. Occup Environ Med. 2004; 61:233-238.











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