Folgende Medikamente – 1. Ordnung (Hauptindikation) – werden beim akuten Gichtanfall eingesetzt
- Colchicin
- Nichtsteroidale Antiphlogistika
- Glucocorticoide
Colchicin
Colchicin hemmt die Phagozytose (Aufnahme von Fremdstoffen durch Fresszellen) von Urat. Es ist das älteste Medikament in der Behandlung des akuten Gichtanfalls. Wird in Deutschland aber wegen der erhöhten Gefahr der Überdosierung nur selten eingesetzt.
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)
Nichtsteroidale Antirheumatika sind Medikamente, die entzündungshemmend und schmerzstillend wirken. Zu ihnen zählen unter anderem Indometacin und Ibuprofen. Sie sind die Standardmedikamente beim akuten Gichtanfall in Deutschland.
Glucocorticoide
Orale Glucocorticoide wie beispielsweise Prednison wirken antiphlogistisch (entzündungshemmend) und werden daher neben den oben genannten Medikamenten beim akuten Gichtanfall eingesetzt.
Folgende Medikamente – 1. Ordnung (Hauptindikation) – werden bei einer Hyperurikämie im symptomlosen Intervall nach Gichtanfall sowie bei der chronischen Gicht eingesetzt
- Urikostatika
- Urikosurika
Urikostatika
Urikostatika wie beispielsweise Allopurinol oder Febuxostat hemmen die Synthese der Harnsäure Hemmung des Enzyms Xanthinoxidase. Die Dosis von Allopurinol sollte – beginnend mit 100 Milligramm pro Tag – langsam gesteigert werden, bis der Harnsäuregehalt im Serum etwa die Hälfte dessen beträgt, was das jeweilige Labor als Norm angibt. Die Dosis sollte alle zwei bis vier Wochen um je 100 Milligramm erhöht werden. Die Therapie mit Febuxostat sollte mit 80 mg/d begonnen werden. Sinkt der Harnsäurespiegel nicht in den nächsten zwei bis vier Wochen < 6 mg/dl, so sollte die Dosis auf 120 mg/d erhöht werden.
Urikosurika
Urikosurika steigern die Harnsäureausscheidung, beispielsweise Probenecid.
Dieses wird jedoch nur noch bei gravierenden Nebenwirkungen von Allopurinol eingesetzt, da aufgrund der Steigerung der Harnsäureausscheidung häufig Nierensteine entstehen.












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