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Chondroitin-Therapie
Arthrose

Chondroitinsulfat gehört zur Gruppe der Mucopolysaccharide und ist Bestandteil von Knorpel, Bindegewebe, Sehnen und Haut. Chondroitinsulfat ist ein sulfatiertes GAG – Glykosaminoglykan und einer der Hauptbestandteile der Knorpelgrundsubstanz. Es hemmt die Tätigkeit der Knorpel-abbauenden lytischen Enzyme.

Nach der oralen Aufnahme – beispielsweise als Kapsel oder Tablette wird Chondroitinsulfat durch die Enzyme (Stoffwechselbeschleuniger) in seine Spaltprodukte Mono- und Disaccharide geteilt, die die Darmwand passieren können. Diese Spaltprodukte treten in Beziehung zu den GAG-haltigen Strukturen des Knorpels und reichern sich dort an. So werden von den Knorpelzellen alle im Knorpel vorhandenen GAG´s hergestellt.

Die Chondroitinsulfate
Vitalstoffe* der Interzellularsubstanz besitzen hydrophile, das heißt Wasser bindende Eigenschaften und erhöhen so die Fähigkeit, Wasser im Knorpel zu binden. Der reife Knorpel enthält 75 % Wasser. Die Fähigkeit, Wasser zu binden, verleiht dem Knorpel seine innere Spannung, die die Grundlage für die mechanischen Eigenschaften des Knorpels ist, wie beispielsweise reibungslose Bewegung, Elastizität und Stoßdämpfung.

*Zu den Vitalstoffen (Mikronährstoffe) gehören unter anderem Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, lebensnotwendige Aminosäuren, lebensnotwendige Fettsäuren etc.

Ein Mangel an Chondroitinsulfat und anderen Glykosaminoglykanen führt aufgrund der erhöhten Aktivität kataboler Enzyme (Stoffwechselbeschleuniger, die den Abbau fördern) zu einem vermehrten Abbau von Proteoglykanen, Kollagenen und Chondrozyten (Knorpel-bildende Zellen) – aus Chondroblasten hervorgehende und im Knorpelgewebe ansässige Zellen. Die Folge ist eine Verminderung der Knorpelsubstanz, wodurch Reibungswiderstände sowie Abrieb steigen und das Risiko für die Entwicklung einer Arthrose erhöht wird [1-8, 11].

Im Alter ist das Arthroserisiko besonders hoch. Die Fähigkeit, Chondroitinsulfat selbst zu synthetisieren, lässt nach. In der Folge produziert der Körper nicht genügend Proteoglykane und Kollagen, um den Knorpel gesund zu erhalten. Zudem kann die Aktivität der knorpelabbauenden Enzyme nicht mehr gehemmt werden und es kommt zum verstärkten Katabolismus von Knorpelmasse [9, 10]. Im Alter spielt deshalb spielt die zusätzliche Zufuhr von Chondroitinsulfat eine wesentliche Rolle.

Chondroitinsulfat wird wie Glucosaminsulfat zu den Chondroprotektiva (Knorpelschutzmitteln) gezählt, welche bei degenerativen Gelenkerkrankungen eingesetzt werden [3]. Chondroitinsulfat und Glucosaminsulfat wirken synergistisch, das heißt im gleichen Sinn. Sie regen die Bildung neuen Knorpels an, während sie gleichzeitig die knorpelzerstörenden Enzyme in ihrer Tätigkeit hemmen. Mit dem Einsatz von Chondroprotektiva kann bei Arthrosepatienten die Regeneration des Knorpelgewebes gefördert, der weitere Verlust von Knorpelmasse verhindert und somit der Krankheitsprozess der Arthrose gestoppt werden [1].

Des Weiteren werden ihnen antiinflammatorische (entzündungshemmenden) Eigenschaften zugesprochen. Mehrere wissenschaftliche Studien zeigen, dass Chondroitinsulfat zum Rückgang der Schmerzen, Schwellungen und zu einer verbesserten Gelenkfunktion und -beweglichkeit führt [2, 4, 5, 6, 7, 8, 11].

Da Chondroitinsulfat bei oraler Aufnahme schlecht resorbiert wird, sollten Arthrosepatienten zur Behandlung Glucosaminsulfat einnehmen, das im Körper zu Chondroitinsulfat umgewandelt wird [9, 10].

Chondroitinsulfat wird eingesetzt bei:

  • Gonarthrose (Kniegelenksarthrose)
Weitere Informationen zu Chondroitinsulfat

Die obigen Vitalstoff-Empfehlungen (Mikronährstoffe) wurden mit Hilfe des EUSANA Expertensystems für Präventionsmedizin erstellt. Die Aussagen sind durch Evidence-Based-Medicine-Literatur, das bedeutet durch klinische Studien mit hohem Wirksamkeitsgrad, belegt.

Vitalstoff-Analyse für den Mann
Vitalstoff-Analyse für die Frau

 Männergesundheit – Vitalstoff-Analyse
Frauengesundheit – Vitalstoff-Analyse

 

Literatur

  1. Clegg D.O., Reda D.J., Harris C.L., et al.
    Glucosamine, chondroitin sulfate, and the two in combination for painful knee osteoarthritis.
    N Engl J Med, 354 (8): 795-808; 2006 Feb 23
  2. Das A Jr, Hammad TA.
    Efficacy of a combination of FCHG49 glucosamine hydrochloride, TRH122 low molecular weight sodium chondroitin sulfate and manganese ascorbate in the management of knee osteoarthritis.
    Osteoarthritis Cartilage. 2000 Sep;8(5):343-50
  3. Lequesne M., Brandt K., Bellamy N., et al.
    Guidelines for Testing Slow Acting Drugs in Osteoarthritis.
    J Rheumatol 21, suppl 41: 65-73; 1994
  4. Mazieres B, Combe B, Phan Van A, Tondut J, Grynfeltt M.
    Chondroitin sulfate in osteoarthritis of the knee: a prospective, double blind, placebo controlled multicenter clinical study.
    J Rheumatol. 28(1):173-81; 2001 Jan
  5. McAlindon TE, LaValley MP, Gulin JP, Felson DT
    Glucosamine and chondroitin for treatment of osteoarthritis: a systematic quality assessment and meta-analysis.
    JAMA;283(11):1469-75. Review;2000 Mar 15
  6. Morreale P, Manopulo R, Galati M, Boccanera L, Saponati G, Bocchi L.
    Comparison of the antiinflammatory efficacy of chondroitin sulfate and diclofenac sodium in patients with knee osteoarthritis.
    J Rheumatol. 23(8):1385-91; 1996 Aug
  7. Richy F, Bruyere O, Ethgen O, Cucherat M, Henrotin Y, Reginster JY.
    Structural and symptomatic efficacy of glucosamine and chondroitin in knee osteoarthritis: a comprehensive meta-analysis.
    Arch Intern Med. 2003 Jul 14;163(13):1514-22.
  8. Soeken KL.
    Selected CAM therapies for arthritis-related pain: the evidence from systematic reviews.
    Clin J Pain. 2004 Jan-Feb;20(1):13-8. Review
  9. Thonar E.J.M.A., Bjornsson S., Kuettner K.E.
    Age-related changes in cartilage proteoglycans. In: Kuettner K.E., Schleyerbach R., Hascall V.C. (eds) Articular cartilage biochemistry.
    Raven Press, New York: 273-287; 1986
  10. Thonar E.J.M.A., Kuettner K.E.
    Biochemical basis of age-related changes in proteoglycans. In: White T.N., Mecham R.P. (eds) Biology of proteoglycans.
    Academic Press, Orlando: 211-246; 1987
  11. Uebelhart D, Malaise M, Marcolongo R, DeVathaire F, Piperno M, Mailleux E, Fioravanti A, Matoso L, Vignon E.
    Intermittent treatment of knee osteoarthritis with oral chondroitin sulfate: a one-year, randomized, double-blind, multicenter study versus placebo.
    Osteoarthritis Cartilage. 12(4):269-76;2004 Apr
  12. Sawitzke AD, Shi H, Finco MF et al.
    The Effect of Glucosamine and/or Chondroitin Sulfate on the Progression of Knee Osteoarthritis: A Report from the Glucosamine/Chondroitin Arthritis Intervention Trial
    Arthritis & Rheumatism, 2008; 58 (10): 3183-3191
  13. R Dinser, U Langer, U Müller-Ladner
    Chondroprotektiva
    Arzneimitteltherapie 2007; 25: 258-62

 


     
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