Die Anamnese (Krankengeschichte) und Symptome (Beschwerden) weisen den Weg zu den möglichen Sterilitätsursachen.
Familienanamnese
Eigenanamnese
Verhaltensbedingte Risikofaktoren
- Fehlernährung – nicht vollwertige, vitalstoffarme* Ernährung (Mikronährstoffe)
- Adipositas (Übergewicht) – 10 kg Übergewicht steigern das Risiko für Unfruchtbarkeit um 10 % [1]
- Untergewicht
- Genussmittel – Alkohol, Rauchen, Koffein – Kaffee, Schwarzer Tee
- Exzessiver Sport
- Stress
Hormonelle Risikofaktoren (selten)
- Hormonelle Störungen als Ursache einer gestörten Spermatogenese (Samenzellbildung) sind selten:
1. Primärer Hypogonadismus
2. Sekundärer Hypogonadismus: niedrige Gonadotropinspiegel, etwa wegen Hypophysenadenom oder wegen eines hypothalamischen Tumors.
3. Genetische Ursachen: Mikrodeletionen am Y-Chromosom mit folgender Azoospermie (fehlen von Samenzellen) oder Oligospermie (verminderte Samenzelldichte), etwa Klinefelter-Syndrom.
Auszuschließen sind unter anderem auch Störungen der Schilddrüse und Nebennierenrinden-Tumore
- Gestörte Spermatogenese (Samenzellbildung) – u.a. wegen einer genetischen Anomalie
- Alter – Abnahme der natürlichen Fruchtbarkeit – ab dem 40. Lebensjahr langsam beginnend:
- Verminderung der Anzahl der Samenzellen.
- Langsame Zunahme der Anzahl von Samenzellen mit Veränderungen der Gestalt und ebenso Zunahme chromosomaler Veränderungen bedingt durch Alterung.
- Varikozele (Krampfaderbruch) – meist auch mit Hoden- und Nebenhodentiefstand auf der betroffenen Seite
- Störung des Spermientransports
- Obstruktionen oder Verschlüsse der ableitenden Samenwege, etwa nach Operation einer Leistenhernie oder durch eine angeborene beidseitige Aplasie des Ductus deferens (isoliert oder als Teilmanifestation der zystischen Fibrose), Hodentorsion (Hodenverdrehung), Hydrozele (Wasserbruch)
- nach entzündlichen Veränderungen, wie Epididymitis (Entzündung des Nebenhodens), Prostatitis (Entzündung der Prostata), Urethritis (Entzündung der Harnröhre) - Bakterielle Verunreinigung des Samens – zum Beispiel wegen einer Prostatitis (Entzündung der Prostata)
- Mumpsorchitis (Mumps-bedingte Hodenentzündung) – Mumps oder "Ziegenpeter" verläuft in der Mehrzahl der Fälle ohne schwere Komplikationen. Daher gilt Mumps in der Bevölkerung als "harmlose Kinderkrankheit". Als Komplikation im Kindesalter tritt jedoch die Mumps-Meningitis und nach der Pubertät die Mumps-Orchitis auf.
- Urotuberkulose – die Tuberkulose der Geschlechtsorgane kann zu einer Beeinträchtigung der Spermatogenese (Samenzellbildung) führen
- Hodenhochstand
- Hodenhypoplasie – Unterentwicklung des Hodengewebes
- Hodenverletzungen
- Immunologische Sterilität – Antikörper gegenüber den eigenen Samenzellen (Auto-Antikörper) beziehungsweise Antikörper gegenüber den Einzellen
- Geschlechtskrankheiten – Gonorrhoe, Syphilis
- Fieberhafte Infekte – beispielsweise Bronchitiden (Entzündungen der Bronchien), Sinusitiden (Nasennebenhöhleninfektionen) – können über eine erhöhte Hodentemperatur zu Störung der Samenzellbildung führen
- Diabetes mellitus – kann zu Erektions- und Ejakulationsstörungen führen sowie Ursache eines Hypogonadismus sein
- Niereninsuffizienz
- Lebererkrankungen – können Ursache eines sekundären Hypogonadismus sein
- Schilddrüsenerkrankungen
- Hypophysentumor (Tumor der Hirnanhangsdrüse), Prolaktinom (→ Hyperprolaktinämie)
- Idiopathische Sterilität – in 15 Prozent der Fälle kann die Ursache der Sterilität weder beim Mann noch bei der Frau nachgewiesen werden. Medikamente – beispielsweise einige Antibiotika, Antihypertensiva (blutdrucksenkende Medikamente) – können zu einer Beeinträchtigung der Spermatogenese (Samenzellbildung) führen.
- Antibiotika wie Cotrimoxazol oder Gentamycin oder Antihypertensiva wie Reserpin oder Methyldopa können zu einer Beeinträchtigung der Spermatogenese (Samenzellbildung) führen.
- Drogenkonsum – Cannabis führt bei regelmäßigem Konsum zur verminderten Testosteron-Produktion und Oligozoospermie (geringere Spermatozoendichte)
- Zytostatika (Substanzen, die das Zellwachstum bzw. die Zellteilung hemmen) – z. B. Cyclophosphamid
Röntgenstrahlen
- Bestrahlung des kleinen Beckens wegen Tumorerkrankung
Operationen
- Operationen wegen Hodenhochstand, Leistenbruch
Umweltbelastung – Intoxikationen (Vergiftungen)
- Überwärmung der Hoden – Arbeit am Hochofen, Bäckerei, häufige Saunagänge; Drogen; Sitzheizung im Auto: langes und häufiges Fahren mit beheizten Autositzen kann die Zeugungsfähigkeit mindern. Die Spermien werden in der Anzahl weniger (Oligozoospermie), langsamer (Asthenozoospermie) und sind häufiger fehlgebildet (Teratozoospermie);
- Umweltgifte – z.B. polychlorierte Biphenyle (PCB)
Literatur
- Sallmen M et al.: Reduced fertility among overweight and obese men. Epidemiology. 17 (5): 520-523, Sept. 2006











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