www.dgf-tv.de
Prävention
Sterilität der Frau

Zur Prävention der "weiblichen Sterilität" muss insbesondere auf eine Reduktion der Risikofaktoren geachtet werden.

Verhaltensbedingte
Risikofaktoren

  • Ernährung
    -
    Untergewicht
    - Fehlernährung*
    – nicht vollwertige, mikronährstoffarme Ernährung (Vitalstoffe)
  • Genussmittel
    - 
    Alkohol,
    - Kaffee**,
    Schwarzer Tee
    -
    Tabak (Rauchen) [3, 4] – Di
    e Konzeptionsrate lag bei den nicht oder nur gelegentlich rauchenden Patientinnen signifikant höher als bei den stark rauchenden Eizell-Empfängerinnen (52,2 % versus 34,1 %), das heißt hoher Tabakkonsum verringert die Rezeptivität des Endometriums. Des Weiteren traten vermehrt Mehrlingsgraviditäten bei den stark rauchenden Teilnehmerinnen auf (60 % versus 31 %) [1].
    Es wurde eine verringerte Konzeptions- und Implantationsrate beim Transfer von subjektiv als morphologisch einwandfrei beurteilten Embryonen bei Raucherinnen gegenüber Nichtraucherinnen festgestellt [2].
  • Körperliche Aktivität
    -
    Exzessiver Sport
  • Psycho-soziale Situation
    -
    Stress
  • Übergewicht (BMI >= 25; Adipositas*)

Achtung!
*Wissenschaftliche Studien zeigen, dass circa 12 % der primären Sterilität auf starke Abweichungen vom Normalgewicht, das heißt durch Über- oder Untergewicht, zurückzuführen sind. Diese Gewichtsprobleme reduzieren auch die Aussichten auf eine erfolgreiche Sterilitätstherapie.
Ursache dafür ist, dass das Körperfett die Bildung von Gonadotropin Releasing Hormone (GnRH) beeinflusst. Dieses löst die Freisetzung von luteinisierendem Hormon (LH) und von follikelstimulierendem Hormon (FSH) aus, die beide für die Entwicklung der Follikelreifung (Eizellreifung) und damit für die Ovulation (Eisprung) von großer Bedeutung sind.

**Der Genuss von mehr als zwei Tassen Kaffee (160 mg Koffein) täglich kann bereits zu einer schlechteren Fertilisationsrate führen.

Hormonelle Störungen – Erkrankungen

  • Formen der Ovarialinsuffizienz
    - Hyperprolaktinämische Ovarialinsuffizienz – auf der Ebene der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) erhöhter Prolaktin-Serumspiegel (Hyperprolaktinämie), gegebenenfalls röntgenologisch nachzuweisender Tumor (Prolaktinom) der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse)
    - Hypothalamische Ovarialinsuffizienz
    Störung auf der Ebene des Hypothalamus (ein kleiner Bereich im Zwischenhirn)
    - Hyperandrogenämische Ovarialinsuffizienz auf der Ebene des Ovars (Eierstöcke)
    erhöhter Testosteron-Serumspiegel und gegebenenfalls weiterer androgener Hormone (Hyperandrogenämie)
    Folgen der
    Ovarialinsuffizienz:
    - leichte bis schwere Funktionsstörung der Eierstöcke
    -
    Corpus luteum-Insuffizienz (Gelbkörperschwäche)
    - Anovulation (Ausbleiben des Eisprungs)
    - Amennorrhoe (Ausbleiben der Regelblutung)
  • Funktionsstörungen der: Schilddrüse, Nebennierenrinde dadurch bedingt Störungen der Follikelreifung, das heißt der Eizellreifung – und Zyklusstörungen
  • Polyzystisches-Ovar-Syndrom – (PCO-Syndrom)
  • Vorzeitige Menopause vorzeitige Ovarialinsuffizienz (POF, Premature Ovarian Failure): Eine Frau kann vorzeitig in die Wechseljahre (Menopause) kommen, wenn die Eizellreserven vorzeitig aufgebraucht werden.
    Das durchschnittliche Lebensalter für den Eintritt in die Wechseljahre liegt normalerweise bei circa 51 Jahren. Wenn jedoch die Eizellreserven vorzeitig aufgebraucht sind, bleibt der Eisprung aus und die Menstruationen können ebenfalls vorzeitig aufhören. Falls dieses bei Frauen unter 40 Jahren geschieht, spricht man von einer vorzeitigen Menopause. Eine vorzeitige Menopause
    kommt bei 1-4 % der Frauen vor.

    Achtung!
    Falls Ihre Schwester oder Ihre Mutter vorzeitig in die Wechseljahre gekommen ist, ist es wichtig, dies Sie dieses Ihrem behandelnden Arzt berichten, da das Auftreten einer vorzeitigen Menopause gehäuft in einer Familie vorkommen kann.

Organische (genitale) Risikofakoren

  • Endometriose
  • Tubare Sterilität Eileiterverschluss, Eileiterverwachsungen, Motilitätsstörungen (Störungen des Bewegungsvermögens der Eileiter)
    - Ursachen: z.B. wegen entzündlicher Erkrankungen im Bereich des Beckens (PID, Pelvic Inflammatory Disease), Adnexitis (Eileiterentzündung); sexuell übertragbarer Erkrankungen (STD, sexually transmitted disease), Vernarbungen in Folge von Operationen oder auch aufgrund einer Endometriose (Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter)
  • Immunologische Sterilität Anti-Spermatozoen-Ak; Ovar-(Eierstock)-Auto-Antikörper
  • Uterus (Gebärmutter) Gebärmutterbedingte Ursachen der Sterilität:
    - Lageanomalie der Gebärmutter, diese kann in den Vaginalkanal, das heißt in die Scheide vorfallen (dieses wird als Prolaps bezeichnet);
    - Myoma uteri – (Synonym: Uterus myomatosus) – Vergrößerung der Gebärmutter durch das Vorhandensein von einem oder mehreren Myomknoten (gutartige Muskelgeschwülste)
    , die eine Störung der Nidation (Einnistung der Eizelle) bedingen können
    -
    Uterusfehlbildungen die Gebärmutter kann beispielsweise in zwei Kammern geteilt sein oder eine Scheidewand aufweisen (erhöhtes Risiko von Aborten Fehlgeburten);
    - Verwachsungen an der Innenseite der Gebärmutter nach einem operativen Eingriff an der Gebärmutter. Ursache: Kürretage (Ausschabung der Gebärmutter), seltener nach einer Infektion (Asherman-Syndrom)
  • Vagina (Scheide) Fehlbildungen; Kolpitis (Scheidenentzündung)
  • Zervikale Sterilitätsursachen (Cervix uteri Gebärmutterhals)
    - Infektiöse zervikale Sterilitätsursachen
    z. B.
    Chlamydien, Mykoplasmen, Mykose, bakterielle Vaginose, Trichomoniasis, Gonorrhoe etc.)
    - Anatomisch zervikale Sterilitätsursachen
    Fehlbildungen; Emmet-Riss (geburtsbedingter Riss des Gebärmutterhalses)

Krankheitsbedingte (extragentiale) Risikofaktoren

  • Autoimmunerkrankungen – diese führen zur "autoaggressiven Verdauung", das heißt Schädigung der Ovarien (Eierstöcke) kann ebenfalls Ursache einer vorzeitigen Menopause sein.
  • Diabetes mellitus
  • Psychosomatische Erkrankungen 
    -
    Anorexia nervosa
    -
    Bulimie

Medikamente

  • Drogen
  • Zytostatika (Substanzen, die das Zellwachstum bzw. die Zellteilung hemmen)
Die nachfolgend genannten Wirkstoffe bzw. Wirkstoffgruppen können eine Hyperprolaktinämie [5-8] auslösen und damit die Follikelreifung (Eizellreifung) beeinträchtigen. Dieses kann eine Corpus-luteum-Insuffizienz (Gelbköprerschwäche) zur Folge haben oder in schweren Fällen zu einer Amenorrhoe (Ausbleiben der Regelblutung länger als 3 Monate) führen:
  • Angiotensin II
  • Antiandrogene wie:
    - Cyproteronacetat
  • Antidepressiva wie:
    - Amitryptilin
    - Clomipramin
    - Desipramin
    - Dopexin
    - Imipramin
    - Maprotilin
    - Opipramol 
    - Tranylcypromin
    - Trimipramin
  • Antiemetika wie:
    - Domperidon
    - Metoclopramid
  • Antihypertensiva wie:
    - Clonidin
    - Methyldopa
    - Verapamil
  • Antisympathotonika wie:
    - Reserpin
  • Endogene Opiate (Endorphine)
  • GnRH
  • H2-Rezeptorenblocker wie:
    - Cimetidin
    - Ranitidin
  • Melatonin
  • Neuroleptika der Gruppe der Benzisoxazolpiperidin:
    - Risperidon
  • Neuroleptika der Gruppe der Butyrophenone:
    - Benperidon
    - Mlperon
    - Pipamperon
    - Haloperidol
    - Fluspirilen
  • Neuroleptika der Gruppe der Dibenzodiazepine:
    - Olanzapin
    - Quetiapin
  • Neuroleptika der Gruppe der Phenothiazine:
    - Chlorpromazin
    - Levomepromazin
    - Perazin
    - Promethazin
    - Thioridazin
    - Fluphenazin
    - Perphenazin
  • Neuroleptika der Gruppe der Thioxanthene:
    - Chlorprothixen
    - Zuclopenthixol
    - Flupentixol
  • Opioide wie:
    - Hydromorphon
    - Morphin
  • Östrogene
  • Serotonin
  • Serotonin-Reuptake-Inhibitoren wie:
    - Fluoxetin
  • TSH-Releasing-Hormon
  • Vasopressin

Röntgenstrahlen  

  • Röntgenbestrahlung des kleinen Beckens wegen Tumorerkrankung

Operationen

  • Operationen im kleinen Becken – dadurch bedingte Verwachsungen der Eileiter (tubare Sterilität)

Umweltbelastung – Intoxikationen (Vergiftungen)

  • Beruflicher Kontakt mit Narkosegasen

Weitere Risikofaktoren

  • Idiopathische Sterilität – in 15 Prozent der Fälle kann die Ursache der Sterilität weder beim Mann noch bei der Frau nachgewiesen werden.


Literatur

  1. Soares SR, Simon C, Remohi J, Pellicer A.
    Cigarette smoking affects uterine receptiveness.
    Hum Reprod 2007;22:543-547.
  2. Neal MS, Hughes EG, Holloway AC, Foster WG.
    Sidestream smoking is equally as damaging as mainstream smoking on IVF outcomes.
    Hum Reprod 2005;20:2531-2535.
  3. Deutsches Krebsforschungszentrum
    Tabakatlas Deutschland 2009. Heidelberg
    http://www.tabakkontrolle.de/pdf/Tabakatlas_2009.pdf (abgerufen am 20.11.2009)
  4. Secretan B, Straif K, Baan R et al. (2009)
    A review of human carcinogens – Part E: tobacco, areca nut, alcohol, coal smoke, and salted fish.
    Lancet Oncol, 10, 1033-1034
     
  5. M Stauber, T Weyerstahl
    Gynäkologie und Geburtshilfe
    Thieme Verlag Stuttgart, 2005
  6. T Karow, R Lang-Roth
    Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie
    18. Auflage 2010
  7. AS Fauci, E Braunwald, DL Kasper, SL Hauser, DL Longo, JL Jameson, Loscalzo
    Harrisons Innere Medizin, 17. Auflage
    Hrsg.: M Dietel, N Suttorp, M Zeitz
    ABW Wissenschaftsverlag Berlin, 2009
  8. www.fachinfo.de
     
Die auf unserer Homepage für Sie bereitgestellten Gesundheits- und Medizininformationen ersetzen nicht die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen approbierten Arzt.
DocMedicus Suche

 
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
ArztOnline.jpg
 
DocMedicus                          
Gesundheitsportal

Unsere Partner EUSANA - Ihr Gesundheitsportal für Prävention- und Anti-Aging-Medizin