Kleine Läsionen, die bereits im jugendlichen Alter in der Arterienwand vorliegen können, bilden den symptomfreien Anfang der Atherosklerose (Arteriosklerose, Arterienverkalkung). Zuerst kommt es zu Entzündungen, dann zur Einwanderung von Blutzellen, anschließend von Lipiden und LDL-Cholesterin.
Bei Fortschreiten des Prozesses kommt es dann zur Bildung von arteriosklerotischen Plaques (Gefäßwandverdickungen und -auflagerungen), die die Blutbahn zunehmend einengen.
Biographische Ursachen
- Alter
- Geschlecht – Männer erkranken bis zu fünfmal häufiger an Verschlusskrankheiten
- Familiengeschichte – Koronare Herzkrankheit (KHK) oder Myokardinfarkt (Herzinfarkt) in enger Verwandtschaftsbeziehung (1. Grades) – insbesondere bei Erkrankung der Männer vor dem 55. Lebensjahr beziehungsweise bei Frauen vor dem 65. Lebensjahr
Verhaltensbedingte Ursachen
- Ernährung
- Fehl- und Überernährung, z. B. zu hohe Kalorienzufuhr und fettreiche Ernährung (hohe Aufnahme von gesättigten Fettsäuren)
- Mikronährstoffmangel (Vitalstoffe) – erhöhtes Homocystein durch Mangel an Vitamin B6, B12 und Folsäure – siehe Mikronährstofftherapie - Genussmittelkonsum
- Alkohol (Frau: > 40 g/Tag; Mann: > 60 g/Tag) – (Hypertriglyzeridämie)
- Tabak (Rauchen) [1, 2] – Rauchen ist einer der zentralen Risikofaktoren für die Atherosklerose und damit für alle kardiovaskuläre Erkrankungen
- Körperliche Aktivität
- Bewegungsmangel - Psycho-soziale Situation
- Psychische Belastung
- Stress - Übergewicht (BMI >= 25; Adipositas)
- Androide Körperfettverteilung, das heißt abdominales,
stammbetontes, zentrales Körperfett (Apfeltyp)/viszerales Fett; dieses
wirkt stark atherogen und fördert inflammatorische Prozesse.
Bei der Messung des Taillenumfangs gilt die Richtlinie der International Diabetes Federation (IDF, 2005): Normwerte.
- Männer < 94 cm
- Frauen < 80 cm
Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft veröffentlichte 2006 etwas moderatere Zahlen: 102 cm bei Männern, 88 cm bei Frauen
Krankheitsbedingte Ursachen
- Diabetes mellitus (Insulinresistenz)
- Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) – diese geht im Regelfall mit einem erhöhten Cholesterin-Serumspiegel einher; auch die latente (subklinische) Hypothyreose ist ein Risikofaktor für die Atherosklerose [3]
- Osteoporose [4] – signifikanter Risikofaktor für eine koronare Herzkrankheit (KHK): dieses erklärt sich durch die Tatsache, dass die sogenannten Osteoklasten (Knochen-abbauende Zellen) – ebenso die Sklerose (Verkalkung) der Arterien stimulieren.
- Depression
- Parodontitis
- Metabolisches Syndrom
- Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)
- Hyperlipidämie/Dyslipidämie – Hypercholesterinämie; Hypertriglyzeridämie
Labordiagnosen – Laborparameter, die als unabhängige Risikofaktoren/Ursachen gelten
- Homocystein
- Lipoprotein (a)
- Apolipoprotein E in seinem Genotyp 4 (ApoE4)
- Fibrinogen
- CRP
- Infektionen mit Chlamydien
- Chronische Infektionen – beispielsweise Urogenitaltrakt, Respirationstrakt
Das gleichzeitige Vorhandensein mehrerer Risiken/Ursachen potenziert das Atherosklerose-Risiko.
Literatur
- Deutsches Krebsforschungszentrum
Tabakatlas Deutschland 2009. Heidelberg
http://www.tabakkontrolle.de/pdf/Tabakatlas_2009.pdf (abgerufen am 20.11.2009) - Secretan B, Straif K, Baan R et al. (2009)
A review of human carcinogens – Part E: tobacco, areca nut, alcohol, coal smoke, and salted fish.
Lancet Oncol, 10, 1033-1034 - Hak AE, Pols HA, Visser TJ et al.
Subclinical hypothyroidism is an independent risk factor for atherosclerosis and myocardial infarction in elderly women:
The Rotterdam Study. Ann Intern Med 2000 (15. Februar); 132: 270-8 - Nawroth P, Pirzer R, Fohr B, Schilling T, Ziegler R, Bierhaus A, Christian Kasperk C
Osteoporose und koronare Herzkrankheit – zwei Seiten der gleichen Münze? Osteoporosis and Cardiovascular Disease – Two Sides of the Same Coin?
Medizinische Klinik Volume 98, Number 8, 437-446, DOI: 10.1007/s00063-003-1283-8











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