Unter Herzrhythmusstörungen versteht man Veränderungen in der normalen Abfolge des Herzschlags. Herzrhythmusstörungen kommen sehr häufig vor (fast jeder Mensch hat in seinem Leben einmal Herzrhythmusstörungen) und haben sehr unterschiedliche Auswirkungen. Viele Arten der Herzrhythmusstörungen sind harmlos.
Die häufigste Form der Herzrhythmusstörungen stellt das Vorhofflimmern dar, circa 800.000 Menschen leiden in Deutschland daran.
Das Vorhofflimmern (Synonyme: Absolute Arrhythmie; Absolute Arrhythmie bei Vorhofflimmern; Absolute Bradyarrhythmie; Absolute Tachyarrhythmie; Arrhythmia absoluta; Arrhythmia absoluta bei Vorhofflimmern; Atriale Fibrillationen; Atrial fibrillation; Aurikuläres Flimmern; Bradyarrhythmia absoluta; Chronisches Vorhofflimmern; Flimmerarrhythmie; Flimmerarrhythmie des Vorhofs; Intermittierende absolute Arrhythmie; Intermittierende Arrhythmia absoluta; Intermittierendes Vorhofflimmern; Paroxysmales Vorhofflimmern; TAA [Tachyarrhythmia absoluta]; Tachyarrhythmia absoluta; Tachyarrhythmie; Tachyarrhythmie bei Vorhofflimmern; Vfli; VoFli, VHF und VHFli; AF oder AFib (von englisch Atrial fibrillation); ICD-10: I48.1- – Vorhofflimmern) gehört zur Gruppe der Reizbildungsstörungen.
Die Herzrhythmusstörungen können unterteilt werden in Reizbildungs- und Reizleitungsstörungen, die wiederum in mehrere Untergruppen eingeteilt werden können.
Zu den Reizbildungsstörungen zählen:
- Sinusarrhythmie – unregelmäßiger Herzschlag, der physiologisch bedingt ist durch die Atmung; kann auch in seltenen Fällen Ausdruck einer Schädigung des Sinusknotens sein
- Sinusbradykardie – zu langsamer Herzschlag (< 60 Schläge pro Minute)
- Sinustachykardie – zu schneller Herzschlag (> 100 Schläge pro Minute)
- Sick-Sinus-Syndrom (Sinusknotensyndrom) – Herzrhythmusstörungen aufgrund einer Störung des Sinusknotens
- Supraventrikuläre Herzrhythmusstörungen – Herzrhythmusstörungen, die in den Herzvorhöfen entstehen; zu ihnen zählen das Vorhofflattern und das Vorhofflimmern
- Ventrikuläre Herzrhythmusstörungen – Herzrhythmusstörungen, die in den Herzkammern entstehen; zu ihnen zählen die ventrikuläre Tachykardie, das Kammerflattern und Kammerflimmern
- Extrasystolen – ventrikuläre Extrasystolen (VES) oder supraventrikuläre Extrasystolen (SVES) – zusätzliche Herzschläge, die entweder in den Herzkammern oder den Herzvorhöfen entstehen
Zu den Reizleitungsstörungen zählen:
- Sinuatrialer Block (SA-Block) – durch Überleitungsstörungen vom Sinusknoten zur Herzwand entstehende Störungen
- Atrioventrikulärer Block (AV-Block) – durch Überleitungsstörungen vom Herzvorhof zur Herzkammer entstehende Störungen
- Intraventrikulärer Block – durch Überleitungsstörungen im Muskelsystem der Herzkammern entstehende Störungen
- Atrioventrikuläre Reentrytachykardie mit/ohne Präexzitation – kurzfristige Tachykardie (beschleunigter Puls) durch Erregungsleitung über Kurzschlussbahnen
Vorhofflimmern wird nach einem international anerkannten Standard der American Heart Association (AHA) und des American College of Cardiology (ACC) wie folgt eingeteilt:
- erstmals entdecktes Vorhofflimmern
- paroxysmales Vorhofflimmern
- persistierendes Vorhofflimmern
- permanentes Vorhofflimmern
Vorhofflimmern gilt als paroxysmal, wenn es innerhalb von sieben Tagen nach vermutetem Beginn spontan endet.
Als persistierend wird es bezeichnet, wenn es länger als sieben Tage anhält oder durch medikamentöse oder elektrische Kardioversion beendet wird.
Beim langanhaltendem persistierendem Vorhofflimmern besteht es schon länger als ein Jahr, eine Wiederherstellung des Sinusrhythmus sollte jedoch versucht werden.
Als permanent wird Vorhofflimmern klassifiziert, wenn eine Kardioversion erfolglos blieb oder nicht erfolgreich erscheint.
Je nach Pulsfrequenz wird Vorhofflimmern zudem eingeteilt in:
- Bradyarrhythmia absoluta (Puls unter 50 Schläge pro Minute)
- normfrequente absolute Arrhythmie (Puls 50 bis 100 Schläge pro Minute)
- Tachyarrhythmia absoluta (Puls über 100 Schläge pro Minute)












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