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Photosensibilisierende Medikamente

Photosensibilisierung bezeichnet die Herabsetzung der Lichtreizschwelle der Haut. Dies kann durch von außen oder von innen auf die Haut einwirkende Stoffe geschehen.
Unter diesen Stoffen gibt es eine Vielzahl von Medikamenten.

Man kann photoallergische und phototoxische Reaktionen unterscheiden.

Durch die Einwirkung der Stoffe kann es zu verschiedenen Symptomen kommen:

  • Verstärkter Sonnenbrand
  • Erythem (Hautrötung)
  • Veränderung der Pigmentierung
  • Pseudoporphyrie – Veränderung der Haut mit erhöhter Verletzlichkeit der Haut und Blasenbildung
  • Photoonycholyse – Ablösung der Nagelplatte
  • Lichenoide Reaktionen – knötchenartige Veränderungen der Haut
  • Subkorneale Pustelbildung – unter der Hornhaut des Auges auftretende Pustelbildung
  • Subakuter kutaner Lupus erythematodes – systemische Autoimmunerkrankung aus der Gruppe der Kollagenosen mit verstreuten Hautherden und fester Schuppung
  • Phototoxische Purpura – kleine Kapillarblutungen in der Haut
  • Photokarzinogenese – Entstehung von malignen Neoplasien (bösartigen Neubildungen) wie dem Plattenepithelkarzinom

Zu den photosensibilisierenden Medikamenten zählen

Wirkstoffgruppe Wirkstoff Wirkstoffgruppe Wirkstoff
Antidepressiva Amitriptylin Diuretika Amilorid
  Clomiramin   Bendroflumethiazid
  Desipramin   Etycrynsäure
  Doxepin   Furosemid
  Imipramin   Hydrochlorothiazid
  Nortriptylin   Spironolacton
  Trimipramin   Triamteren
Antiepileptika Carbamazepin   Xipamid
  Lamotrigin Hormone Corticosteroide
  Phenobarbital   Östrogene
  Phenytoin   Progesterone
  Topiramat   Spironolacton
  Valproinsäure Kardiovaskulär wirksame Substanzen Amiodaron
Antihistaminika Cyproheptadin   Captopril
  Diphehydramin   Chinidin
  Loratadin   Disopyramid
Antimikrobielle Substanzen Ciprofloxacin   Enalapril
  Doxycyclin   Fosinopril
  Enoxacin   Hydralazin
  Gentamycin   Nifedipin
  Griseofulvin   Ramipril
  Isoniazid   Simvastatin
  Lomefloxacin Nichtsteroidale Antirheumatika Diclofenac
  Minocyclin   Ibuprofen
  Nitrofurantoin   Indometacin
  Norfloxacin   Ketoprofen
  Ofloxacin   Mefenaminsäure
  Oxytetracyclin   Naproxen
  Sulfamethoxazol/Trimethoprim   Phenylbutazon
  Sulfasalazin   Tiaprofensäure
Antipsychotika Chlorpromazin Substanzen gegen Malaria Chinin
  Chlorprothixen   Chloroquin
  Fluphenazin   Hydroxychloroquin
  Haloperidol   Mefloquin
  Perazin   Pyrimethamin
  Promethazin Zytotoxische Substanzen Azathioprin
  Promazin   Dacarbazin
  Thioridazin   Fluorouracil
Systemische Dermatika Isotretinoin   Methotrexat
  Methoxsalen   Procarbazin
Weitere Goldsalze   Vinblastin
  Hämatoporphyrin    

Diagnostisches Vorgehen bei Verdacht auf eine phototoxische/photoallergische Reaktion:

  • Lichttreppen-Untersuchung mit Bestimmung der minimalen Erythemdosen – Cave: Medikamente vorher nicht absetzen

Prophylaktische Maßnahmen

  • Medikamente mit kurzer Halbwertszeit abends einnehmen
  • Solarien meiden
  • Sonnenlicht zwischen 11 und 15 Uhr meiden
  • Sonnenschutzmittel mit hohem UV-A-Schutz auftragen
  • Textilen Lichtschutz tragen
  • Bei Langzeiteinnahme: UV-undurchlässige Folien an Fenster anbringen

Therapeutische Maßnahmen

  • Topische Glucocorticoide, ggf. in Kombination mit Antiseptika
  • Verbrennungs-Therapie bei großflächigen blasigen Reaktionen
  • Bei Hyperpigmentierung sollte Hydrochinon (5 %), Hydrocortison (1 %) und Tretinoin (0,1 %) eingesetzt werden
  • In Ausnahmefällen ist eine Laserbehandlung angezeigt (bei Amiodaron- oder Minocyclin-Pigmentierung)

     
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