Im Verlauf der Erkrankung kommt es zum Untergang von Nervenzellen der Substantia nigra, wodurch ein Mangel an Dopamin entsteht. Die betroffenen Zellen weisen als typische Veränderung die sogenannten Lewi-Körper auf.
Der Mangel an Dopamin in diesem Bereich führt zu den Symptomen und Beschwerden, da in der Substantia nigra die Koordination der willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungsabläufe maßgeblich gesteuert wird.
Beim gesunden Menschen besteht ein Gleichgewicht zwischen den Transmittern Dopamin und Acetylcholin. Durch den Mangel an Dopamin bei Parkinson-Patienten entsteht ein Ungleichgewicht zugunsten des Acetylcholins, welches medikamentös ausgeglichen werden muss.
Biographische Ursachen
- Erblich bedingte Erkrankungen mit Parkinson-Symptomatik
- Ceroid-Lipofuscinose
- Gerstmann-Strausler-Scheinker Krankheit
- Hallervorden-Spatz Krankheit
- Huntington'sche Erkrankung
- Familiäre olivopontocerebellare Atrophie
- Wilson'sche Krankheit
Verhaltensbedingte Ursachen
- Traumatisch bedingt – Boxer-Enzephalopathie
Krankheitsbedingte (behandelbare) Ursachen
- Infolge Stammganglieninfarkt oder -blutung
- Infolge zerebraler Raumforderung – z.B. Hirntumor
- Metabolisch bedingt – z.B. durch Hypoparathyroidismus, hepatolentikuläre Degeneration
Krankheitsbedingte (nicht behandelbare) Ursachen
Die folgenden Erkrankungen, welche nur symptomatisch behandelbar sind, können mit einem Morbus Parkinson einhergehen:
- Dernentielle Syndrome
- Infektiös bedingt – z.B. postenzephalitisch, bei Creuzfeld-Jakob-Krankheit
- Kortical-basal ganglionäre Degeneration
- Morbus Alzheimer-Krankheit
- Multiple System Atrophie
- Pick'sche Krankheit
- Shy-Drager Syndrome
- Sporadische olivopontocerebelläre Atrophie
- Striatonigrale Degeneration
Medikamente
- Antiemetika
- Calciumantagonisten vom Flunarizin-Typ
- Neuroleptika
Umweltbelastung – Intoxikationen (Vergiftungen)
- Cobald
- Disulfiram
- Kohlendisulfid
- Kohlenmonoxid
- Mangan
- Methylalkohol (Methanol)
- MPTP (1-Methyl-1-4-Phenyl-1,2,3,6-Tetrahydropyridin)
- Organo-Chlor-Pestizide – z. B. Beta-Hexachlorocyclohexane (beta-HCH) waren häufiger bei Patienten mit Morbus Parkinson (76 %) nachweisbar als im Vergleich zu einer Kontrollgruppe (40 %) [1]
- Zyanid
Literatur
- Richardson JR, Shalat SL, Buckley B, Winnik B, O'Suilleabhain P, Diaz-Arrastia R, Reisch J, German DC. Elevated serum pesticide levels and risk of Parkinson disease. Arch Neurol. 2009 Jul;66(7):870-5.











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