Pseudoallergische
Reaktionen beruhen auf einer Disposition der erkrankten Person, das heißt auf
einer angeborenen oder erworbenen Fehlleistung der Abwehrmechanismen
oder der Zielzellen beziehungsweise Zielorgane. Für die Exposition
des genetischen Effekts sind insbesondere Umweltfaktoren (möglicherweise auch Virusinfektionen) von wesentlicher Bedeutung.
Ähnlich wie bei der echten
Allergie werden vermehrt Mediatoren, wie Histamine, aus den Mastzellen ausgeschüttet, die zu allergie-ähnlichen Symptomen und
Krankheitsverläufen führen. Daneben spielen enzymatische Reaktionen sowie die Fibrinolyse eine wichtige Rolle. Die Symptome ähneln dabei einer Allergie vom Soforttyp.
Bei der
Pseudoallergie sind es bestimmte, in den Lebensmitteln enthaltene
Botenstoffe, die eine Histaminausschüttung auslösen.
Verhaltensbedingte Ursachen
- Ernährung
- Nahrungsmittel mit einem hohen Gehalt an vaso- oder psychoaktiven biogenen Aminen (natürlicherweise in Lebensmitteln vorkommende Aroma- und Geschmacksstoffe, wie Tyramin, Serotonin, Histamin, Synephrin, Feruloylputrescin, Putrescin, Cadaverin, Spermidin, Spermin)
- Nahrungsmittel, die zu einer verstärkten Histaminfreisetzung führen wie Erdbeeren, Schokolade, Zitrusfrüchte, Tomaten
- Lebensmittelzusatzstoffe beziehungsweise natürlicherweise in Lebensmitteln vorkommende Lebensmittelinhaltsstoffe, wie Konservierungsmittel (Benzoate – p-Hydroxybenzoesäure, Sorbinsäure, PHB-Ester, Propionsäure, Nitrit, Schwefeldioxid, Metasulfite), Farb- beziehungsweise Azofarbstoffe (Tartrazin, Chinolingelb, Erythrosin, Gelborange S, Patentblau, Amaranth, Indigotin, Cochenille-Rot), Geschmacksverstärker (Glutamat/Glutaminsäure), Süßstoffe (Aspartam – Asparagylphenylalanin-methylester) sowie Aromastoffe, Antioxidantien und Salicylate (Salicylsäure)
- Pestizidrückstände
Medikamentengruppen*
- Analgetika (Schmerzmittel; wie ASS (Acetylsalicylsäure))
- Intravenöse Anästhetika – Medikamente, die zur Narkoseeinleitung und -führung eingesetzt werden
- Kolloidale Plasmaersatzmittel (Infusionslösungen)
- Lokalanästhetika – Medikamente, die zur regionalen Anästhesie gebraucht werden wie Lidocain
- Muskelrelaxanzien – Medikamente wie Mivacurium, die zur Muskelentspannung und während einer Narkose eingesetzt werden
- Röntgenkontrastmittel
- Acetylcystein
- Ambroxol
- Aminoglykoside (Framycetin, Neomycin, Paromomycin)
- Aminophyllin
- Amitriptylin
- Chloroquin
- Clavulansäure
- Dihydralazin
- Gelatine (Plasmaexpander)
- Metoclopramid
- Isoniazid
- Metoclopramid
- Pentamidin
- Pirenzepin
- Promethazin
- Verapamil
- Acetylsalicylsäure
- Diclofenac
- Indometacin
- Flurbiprofen
- Ketoprofen
- Meclofenaminsäure
- Mefenaminsäure
- Naproxen
Weitere Farbstoffe in Arzneimittel mit Allergierisiko sind: Chinolingelb (E 104), Echtgelb (E 105) und Ponceau 4R (E 124)!
(Hinweis: diese Aufzählung ist nur exemplarisch!)











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